Bericht: IS-Mitglieder aus Deutschland bei US-Luftangriff im Irak getötet


Das US-Militär hat nach eigenen Angaben zwei Dschihadisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bei einem Luftangriff im Nordirak getötet, die an Terrorplanungen in Europa beteiligt gewesen sein sollen: Es soll sich dabei um Brüder aus Nordrhein-Westfalen handeln, berichtet die "Welt" (Mittwoch) unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Die Extremisten sollen demnach zuletzt ranghohe IS-Mitglieder gewesen sein. Dem Bericht zufolge standen die Brüder seit einiger Zeit im Fokus der deutschen Sicherheitsbehörden.

Sie sollen sich nach ihrer Ausreise nach Syrien der Terrormiliz IS angeschlossen haben. Einer von ihnen, so die Vermutung der Ermittler, war zuletzt ein Mitglied der IS-Abteilung für "Externe Operationen", die auch Anschläge in Europa geplant haben soll. Sein Bruder hingegen soll vor allem Propaganda für die Terroristen gemacht haben. Zeitweise sei er wohl in einem deutschsprachigen Telegram-Kanal aktiv gewesen, auf dem auch Mordaufrufe verbreitet worden seien. Der Zeitung zufolge versuchten deutsche Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr intensiv den Verbleib der Brüder und weiterer deutscher Dschihadisten aufzuklären. Zu diesem Zweck sei im Bundeskriminalamt (BKA) eine eigene Ermittlungsgruppe, die "EG Falke", ins Leben gerufen worden. Die Vermutung der Fahnder war laut "Welt", dass eine Gruppe Dschihadisten aus Deutschland, die sich damals in Syrien und dem Irak aufgehalten hatten, in die Bundesrepublik zurückkommen könnten, möglicherweise um hier Anschläge zu begehen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) geht der Zeitung zufolge davon aus, dass rund 950 Islamisten aus Deutschland bislang in den Irak und nach Syrien ausgereist sind, um sich terroristischen Gruppierungen vor Ort anzuschließen. Rund ein Drittel soll sich wieder in Deutschland befinden, etwa 150 Extremisten gelten inzwischen als tot. Der Verbleib vieler Islamisten gilt als unklar.

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