Serbiens Präsident will Kosovo-Lösung mitbestimmen


Der serbische Staatspräsident Aleksandar Vucic hat im Vorfeld des EU-Balkan-Gipfels davor gewarnt, sein Land im Streit um die vor zehn Jahren abgefallene frühere Provinz Kosovo vor vollendete Tatsachen zu stellen. "Es ist völlig undenkbar, dass Serbien bei einer Lösung des Konflikts am Ende mit leeren Händen dasteht", sagte Vucic der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Wir brauchen einen fairen Kompromiss, und das bedeutet, dass beide Seiten Zugeständnisse machen müssen. Es kann gut sein, dass wir die größeren Opfer bringen müssen, aber eine komplette Erniedrigung in dieser Frage kann man den Serben einfach nicht zumuten."

Er rechne mit einer neuen Welle des serbischen Nationalismus, falls die Kosovo-Frage nicht einvernehmlich gelöst werden könne. Vucic, der sein Land in die EU führen will, bekräftigte, dass Serbien sich an Sanktionen gegen Russland nicht beteiligen wird. Diese bedeute aber keine politische Anerkennung der Situation der Krim. "Wir haben die Krim nicht als Teil Russlands anerkannt, und wir werden das auch nicht tun", sagte Vucic.

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