Inklusion vor Scheitern?

    Zweifel an Schulreform - Inklusion nicht für alle Schüler gut. Damit ein Kind mit Down-Syndrom „im Unterricht mithalten kann, müsste man die Klassengemeinschaft im Tempo drosseln. Das wird dem Gros der Schüler nicht gerecht.“

     

    Eltern und Lehrer bezweifeln, dass der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern (Inklusion) für alle Schüler gut ist. Der Präsident des deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, sagte dem Nachrichtenmagazin FOCUS: „Regelmäßiger gemeinsamer Unterricht wird nicht in jedem Fall von Behinderung funktionieren." Damit ein Kind mit Down-Syndrom „im Unterricht mithalten kann, müsste man die Klassengemeinschaft im Tempo drosseln“, so Kraus. „Das wird dem Gros der Schüler nicht gerecht.“

    Auch  der Landeselternsprecher Förderschulen in Thüringen, Stefan Füßle, meldete Bedenken an. „Die behinderten Kinder sind allzu oft überfordert und reagieren dann häufig aggressiv.“ Er höre immer mehr Klagen von Eltern, die ihre nicht-behinderten Kinder durch das gemeinsame Lernen mit behinderten Kindern benachteiligt sehen.

    Der Chef der CDU-Landtagsfraktion von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, warnte davor, „überhastet alle Förderschulen zu schließen“. Diese seien für viele behinderte Kinder die bessere Adresse. Laschet konstatierte: „Bei dem hochsensbilen Thema fehlt ein Konsens in der Gesellschaft.“ 

    Für die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, ist das gemeinsame Lernen ein wichtiges „persönliches Anliegen". Die blinde Bentele sagte FOCUS: „Ich war Förderschülerin und verbrachte 13 Jahre in speziellen Internaten. Ich hätte lieber zuhause gelebt und wäre in eine ganz normale Schule gegangen.“ Die frühere Biathletin Bentele kritisierte: „Der Umgang mit behinderten Menschen ist nicht selbstverständlich. Durch gemeinsames Lernen  entstünden erst gar keine Berührungsängste.“

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