DAX 10000

    Jahrhundert-Rallye oder Crash: Retten die Notenbank Euro und Börsen? Wie geht es mit dem DAX weiter? Dass der Markt dahinplätschert in den nächsten Monaten, ist sicherlich sehr unwahrscheinlich. Im Gegenteil. Derzeit ist sowohl eine Rallye möglich wie sie die Welt bislang selten gesehen hat oder eben ein Crash, der sich gewaschen hat.

     

    von Carsten Englert

    Man kann ja vieles sagen über die Börse im Allgemeinen und den DAX im speziellen. Aber eines ist es im Moment ganz sicher nicht: Langweilig! Dass der Markt dahinplätschert in den nächsten Monaten, ist sicherlich sehr unwahrscheinlich. Im Gegenteil. Derzeit ist noch sowohl eine Rallye möglich wie sie die Welt bislang selten gesehen hat oder eben ein Crash, der sich gewaschen hat. Es gibt für beide Szenarien durchaus gute Gründe.


    Szenario Jahrhundert-Rallye:

    Die Notenbanken dieser Welt, zumindest die großen und wichtigen, haben alles ihnen mögliche für dieses Szenario getan. Sie haben die Märkte mit Unmengen an frischem Geld geflutet. Davon haaben in erster Linie die Bankaktien profitiert, besonders Commerzbank und Deutsche Bank. Wie geht es jetzt weiter?

    Gelingt es jetzt damit auch die Konjunktur zu stabilisieren, wird sich das Geld mit aller Macht den Weg an den Markt bahnen. Und da Anleihen aufgrund ihrer mickrigen Zinsen keine wirkliche Anlagealternative sind, wird das Geld dann in den Aktienmarkt fließen. Die Gewinne werden dann zumindest nominal beeindruckend ausfallen. Müssen sie ja auch, damit auch real am Ende eine „normale“ Rendite übrig bleibt.

    Denn eines ist klar: Wenn die Notenbanken es tatsächlich schaffen, mit ihrer Geldflut die Märkte zu stabilisieren, wird das zu einer mächtigen Inflation führen, zumal die Notenbanken schon viel ihrer Glaubwürdigkeit verspielt haben, was eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen Inflation für die Währungshüter ist. Hohe Inflationsraten begünstigen zwar wie gesagt die Aktienkurse positiv. Aber Anleger sollten sich da nicht blenden lassen. Die Realrendite wird auch dann nicht viel höher ausfallen als sonst auch am Aktienmarkt. Allerdings kommt man dann auch nicht um ein Investment am Aktienmarkt – und vor allem am Goldmarkt – umhin, da ansonsten das reale Vermögen schleichend zusammenschmilzt.

     

    Szenario Crash:

    Die Anleger sind derzeit fast schon euphorisiert. Die Hoffnung ist groß, dass durch das Eingreifen der EZB die Schuldenkrise gelöst ist. In der Tat ist die akute Zusammenbruchsgefahr gesunken, da die Zinsbelastung für die großen Wackelkandidaten Spanien und Italien spürbar gesunken ist. Doch strukturell hat sich noch rein gar nichts geändert! Die Verschuldung ist noch genauso hoch wie zuvor, im Gegenteil, sie wächst sogar weiter, aber eben nicht mehr ganz so schnell wie zuvor.


    Die große Gefahr am Draghi-Weg: Die Krisenländer könnten jegliche Lust an harten –Wählerstimmen kostende – Reformen verlieren. Das deutet Spanien ja schon ziemlich unverhohlen an! Ministerpräsident Rajoy versucht mit allen Mitteln, an Auflagen für sein „stolzes“ Land vorbeizukommen. Am liebsten würde er gleich auf die EZB zurückgreifen, natürlich ohne sich den harten Auflagen einer Rettung durch den ständigen Rettungsschirm ESM zu unterwerfen. Spanien bestätigt damit die Befürchtungen vieler Hardliner: Sobald der Druck auf die Länder nachlässt, verschwindet sofort jegliche Sparanstrengung. Wenn dem Markt diese Erkenntnis bewusst wird und eventuell neue schlechte Nachrichten von Defizit- oder Konjunkturdaten aus Italien oder Spanien kommen, könnte die Schuldenkrise mit Macht ins Bewusstsein der Menschen zurückkommen.


    Da sie dann auf eine euphorische Börsenstimmung trifft, könnte der Rückschlag gewaltig ausfallen. Dazu schwelt noch dauerhaft der Nahost-Konflikt. Hier ist jederzeit eine Eskalation möglich, zumal ein Angriff Israels auf die iranischen Atomanlagen von Experten nach der US-Wahl als wahrscheinlich angesehen wird. Kommt es tatsächlich zu einem Flächenbrand in Nahost, dann dürften auch die neuen Superhelden Mario Draghi und Ben Bernanke machtlos sein.


    Wochen der Entscheidung

    Paradoxerweise ist es ein und derselbe Grund, der für beide Szenarien sprechen kann. Stand jetzt kann noch niemand seriös vorhersagen, welches der beiden Szenarien eintreten wird. Darüber werden aber die nächsten Wochen Aufschluss geben. Was sagen die Konjunkturindikatoren (nicht nur aus der Eurozone, auch aus den USA und China!) und was sagen die Anleihenauktionen. Steigen die Renditen wieder? Wie entwickelt sich der Nahostkonflikt? Es ist also in den kommenden Wochen extrem wichtig, jede Facette des Marktes und der Weltpolitik zu überwachen. Börse war selten so komplex und aufwendig für Anleger. Dafür waren die Gewinnchancen auch selten so enorm für Anleger, denn auch bei fallenden Kursen kann man zu den Gewinnern gehören!

    www.boersennews.de/investoren-kompass

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