Gold und Silber auf dem Weg zu neuen Höhen

    Gold und speziell Silber ist weltweit knapp geworden. Bei Silber ist die Situation katastrophal: fast alle Ausliefertermine an der US-Warenterminbörse COMEX sind in Backwardation – das sofort verfügbare Metall ist teurer als das Future-Papier.

     

    von Walter K. Eichelburg

    Die Euro-Front ist im Moment weiterhin recht ruhig. Man knüpft neue, größere Rettungspakete, die aber niemand mehr durchschaut, so kompliziert sind sie inzwischen. Begleitet vom üblichen Gegacker der Euro-Politik-Hühner.

    Ein politisches Ereignis gab es in der Eurozone: den von Merkel erzwungenen (oder doch freiwillligen) Abgang des Chefs der Deutschen Bundesbank, Axel Weber. Er wird durch einen Merkel-Höfling ersetzt. Das zeigt, dass Merkel/Schäuble „ihren“ Euro bis zum Untergang auch der BRD mit allen Mitteln verteidigen wollen. Also auch bis zu ihrem eigenen Untergang:

    Die Inflation explodiert

    Weltweit explodieren derzeit die Preise von Rohstoffen, Zwischenprodukten und auch Endprodukten. Preissteigerungen auch in der Eurozone von über 20 Prozent sind üblich. Das alles seit Jahresbeginn 2011, obwohl in der 2. Jahreshälfte die Preise schon ordentlich angezogen haben. Nicht einmal mehr die offiziellen Inflations-Lügenstatistiken werden das jetzt verbergen können. Die Leitzinsen sind bereits sichtbar unter diesen Lügenzahlen und weit unter den realen Preissteigerungen. Was hier „Inflation“ genannt wird, ist bereits geschehen – die Aufblähung der Geldmenge weltweit. Jetzt geht sie eben in die Preise hinein, speziell die Rohstoffpreise.

    Im EZB-Turm zu Frankfurt und in den anderen Zentralbanken dürfte man schon ordentlich vor den Konsequenzen zittern – Abverkauf der Währungen und Anleihen. Dagegen hilft nur wie üblich eine drastische Anhebung der Zinsen. Diese gibt aber ihrem maroden Finanzsystem den Rest.

    Gold und Silber steigen wieder

    Im Jahr 2010 ist der Goldpreis in Euro um 37 Prozent gestiegen, der Silberpreis gar um 94 Prozent. Danach hat man im Januar, wie zu Jahresbeginn oft üblich, brutal auf deren Preise gedrückt. Vom Höchstand von ca. $1420 bei Gold ging es abwärts bis auf $1312. Man hat die Spekulanten wieder einmal rausgedrängt. Das dürfte ein Blutbad gegeben haben.

    Aber inzwischen ist der Goldpreis wieder bei $1373/oz. Die $1400-Marke dürfte bald überschritten werden, oder ist es schon, wenn dieser Artikel erscheint.

    Der Grund dahinter: physisches Gold und speziell Silber ist weltweit knapp geworden. Bei Silber ist die Situation katastrophal: fast alle Ausliefertermine an der US-Warenterminbörse COMEX sind in Backwardation – das sofort verfügbare Metall ist teurer als das Future-Papier. Ein sehr seltener Vorgang, der vom Goldkartell möglichst vermieden wird.

    Bei Gold beginnen inzwischen Chinesen, Zertfikate des GLD-ETF massenhaft zu kaufen, dann bestehen sie auf Auslieferung von Goldbarren. Auf andere Art ist Gold in größerem Volumen kaum mehr zu bekommen, denn an der COMEX wird die Auslieferung verzögert oder mit Tricks behindert.

    Der ganz große Ausbruch dürfte also im Laufen sein. Damit auch der „Abbruch“ des derzeitigen Finanzsystems, denn höhere Zinsen verträgt dieses nicht. Diese sind aber notwendig, wenn die Panik-Flucht in das Gold einsetzt. Jeder sollte also seine goldenen und silbernen Rettungsboote haben.

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