EU-Oettinger Auslöser für Börsencrash?

    Börsenturbulenzen nach Japan-Äußerungen: Ökonomen äußern scharfe Kritik an EU-Kommissar Oettinger. "Es ist brandgefährlich, wenn sich amtliche Stellen populistischen Dramatisierungen in den Medien anschließen, um diesen so Gewicht zu geben".

    Führende Ökonomen in Deutschland haben scharfe Kritik an EU-Energiekommissar Günther Oettinger geäußert, weil dieser mit Äußerungen zur Japan-Katastrophe Turbulenzen an den Börsen ausgelöst hat. "Es ist brandgefährlich, wenn sich amtliche Stellen populistischen Dramatisierungen in den Medien anschließen, um diesen so Gewicht zu geben", sagte der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und jetzige Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit, Klaus Zimmermann, Handelsblatt Online.

    Oettinger hatte am Mittwoch im EU-Parlament vor "weiteren katastrophalen Ereignissen in den nächsten Stunden" gewarnt. "Dann braucht man sich nicht wundern, wenn sich Panik auf die Finanzmärkte transportiert und schließlich die Weltkonjunktur in Bedrängnis gerät", sagte Zimmermann. Wirtschaft werde von Stimmungen beeinflusst. "In diesem Sinne waren die Äußerungen des EU Energiekommissars sicher nicht hilfreich."

    Nach Einschätzung des Direktors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, zeigen die Marktreaktionen zweierlei: "Erstens, wie unprofessionell Kommissar Oettinger kommuniziert hat und zweitens, wie nervös die Grundstimmung der Märkte ist." Letzteres könnte sich nach Horns Überzeugung zu einer "veritablen Belastung" der Weltwirtschaft entwickeln. "Wird die panische Grundstimmung der Finanzmärkte nicht rasch eingedämmt, brauen sich schwere Belastungen für die Weltwirtschaft über die Kredit- und Kapitalmärkte zusammen", warnte der Ökonom. "Dann wäre der weltwirtschaftliche Aufschwung ernsthaft gefährdet."

    Hans Redeker, Chef-Devisenstratege der BNP Paribas, sagte dazu Oettinger Aussage, dass die Lage in der Reaktoranlage Fukushima außerhalb einer fachmännischen Kontrolle sei und alles nun in Gottes Händen liege, habe die Investoren verängstigt. „80 Prozent der Kursverwerfungen gehen auf seine Kappe“, sagte Redeker. Es sei daher „alles andere als hilfreich, wenn offizielle Stellen außerhalb Japans die Dramatik verschärfen.“ Und womöglich seien die Aussagen angesichts der aktuellen Situation auch nicht angemessen.
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