Die Woche der Wahrheit

    In den letzten Wochen zeigte sich der DAX mal Stark, dann wieder plötzlich schwach, aber nie nachhaltig und vor allem nie dauerhaft in die eine oder andere Richtung. Mit dem Endergebnis, dass wir nun schon seit fast drei Wochen nahezu seitwärts mit minimaler Abwärtstendenz im DAX herum taumeln. Doch es spricht einiges dafür, dass der DAX in der kommenden Woche eine Entscheidung treffen wird!

     

    Von Carsten Englert


    Der gordische Knoten

    Einer der Faktoren, der den Markt gerade ausbremst, ist die Haushaltssperre in den USA. Rein aus parteitaktischem Geplänkel haben es Republikaner und Demokraten tatsächlich soweit kommen lassen, dass es zum zweiten Mal seit Bill Clinton zum „Shutdown“ kommt. Die beiden verfeindeten politischen Lager Demokraten vs. Republikaner – und innerhalb dieser Partei vor allem die fast schon extremistische ultrakonservative Bewegung der Tea Party – konnten sich auf keinen Haushalt einigen. Doch das hätte bis spätestens Montag 24 Uhr amerikanischer Ortszeit geschehen müssen.

     

    Nun gibt es also eine Haushaltssperre. Alle Beamten, die nicht benötigt werden, sind in den unbezahlten Urlaub geschickt worden. Sei es bei der NASA, der NSA oder einfach nur Bibliotheken. Alles ist dicht. Da in gut zwei Wochen auch die Schuldenobergrenze erreicht wird, fangen die ersten Experten an zu Zweifeln, ob die Amerikaner sich dann zusammenraufen können. Doch eine Blockade wäre dann ungleich schlimmer, denn das käme im Prinzip einer Zahlungsunfähigkeit gleich.

     

    Die USA könnten dann in dieser Zeit anfallende Verbindlichkeiten nicht zurückzahlen. Das wiederum müsste dann von den Rating-Agenturen als „default“ eingestuft werden. Als Zypern zumindest teilweise auf „default“ eingestuft wurde, haben die Märkte gewackelt. Doch diesmal reden wir von den USA!



    Aber bevor man in Panik verfällt, sollte man auch die positiven Entwicklungen sehen. Im Wall Street Journal war zu lesen, dass führende Republikaner bereits überlegen, ihre harte Haltung aufzugeben und die Zustimmung zum Haushalt nicht mehr an den Verzicht auf die Obama-Gesundheitsreform zu binden. Mehr noch: die gleichen Parteivertreter überlegen, gleich einer umfassenden Einigung zuzustimmen, die auch eine Anhebung der Schuldengrenze beinhaltet! Kommt diese Einigung tatsächlich, würde das der Zerschlagung des Gordischen Knoten gleichen und die Märkte würden steil gehen!


    Die Branche ist entscheidend


    Neben den belastenden politischen Faktoren bremst derzeit aber auch die Tatsache, dass es keine Neuigkeiten von der Unternehmensseite gibt, was ja ursprünglich eigentlich die Hauptdeterminante der Kurse sein sollte. Doch auch dieses Hindernis wird sich in der nächsten Woche in Luft auflösen und das sogar garantiert. Am Dienstag nach Börsenschluss eröffnet wie immer Alcoa die Bilanzsaison zum gerade abgelaufenen dritten Quartal des Kalenderjahres. Die Zahlen, so viel steht schon mal fest, werden auf jeden Fall wieder Bewegung in die Kurse bringen.

     

    In Welche Richtung, das wird man natürlich erst sehen, wenn man weiß, wie gut oder schlecht die Zahlen nun ausfallen. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Zahlen in der Breite positiv überraschen werden, denn die Erwartungen wurden schon auf breiter Front heruntergeschraubt. Vor allem in den USA. Doch Anleger sollten Vorsicht walten lassen und nicht blind auf positive Überraschungen setzen.

     

    Nicht in allen Branchen ist mit überzeugendem Zahlenwerk zu rechnen. So kann man getrost davon ausgehen, dass beispielsweise die Chemiebranche in der breite eher enttäuschen wird, was allerdings nicht ausschließt, dass es vereinzelt auch zu positiven Überraschungen zu rechnen ist. Das könnte vor allem bei den Unternehmen passieren, die schon länger schwache Zahlen präsentieren und daher auch dort die Gewinnschätzungen schon extrem deutlich nach unten angepasst wurden. Ein Beispiel wäre hier der Spezial-Chemie-Konzern Lanxess.

     

    Bei einigen anderen hingegen dürften die Personalabbaumaßnahmen, die Ergriffen wurden, um den Überkapazitäten der Branche zu begegnen, erst einmal die Bilanz verhageln, bevor sie dann tatsächlich Kosten sparen. Eine andere Branche, bei der ich hingegen weiterhin mit positiven Überraschungen rechne, ist die Automobilbranche. Anleger sollten daher wohl überlegt agieren, wenn sie auf Überraschungen bei Quartalszahlen spekulieren wollen!

    www.investoren-kompass.de

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