ISIS: 3000 falsche Pässe

    IS erbeutete gezielt authentische Reisepässe, mit denen Terroristen weltweit in den Einsatz geschickt werden können.

     

    Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in eroberten syrischen Städten wie Mosul und Rakka gezielt authentische Reisepässe erbeutet, mit denen Terroristen weltweit in den Einsatz geschickt werden können. Zirka 3000 dieser Blankoausweise, aus syrischen Behörden gestohlen, sollen im Besitz des IS sein, hieß es am Dienstag dieser Woche in der geheimen Sicherheitslage des Kanzleramts. Das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz befürchten nach Focus-Informationen, dass terroristische Angreiferteams mit diesen Dokumenten im Strom der Flüchtlinge unter anderem nach Deutschland einsickern können.

     

    Für die französischen und deutschen Nachrichtendienste steht fest, dass zwei oder womöglich sogar drei Mittäter der Anschläge von Paris am 3. Oktober auf der griechischen Insel Leros registriert wurden. Ahmad Almohammad und Mohammed al-Mahmud sprengten sich am 13. November vor dem Stade de France in die Luft.

     

    Nach Ermittlungen der Sicherheitsbehörden kamen mit den beiden Terroristen am 3. Oktober insgesamt 198 Flüchtlinge auf Leros an. 30 von ihnen sollen sich mittlerweile in Deutschland aufhalten, hieß es nach Focus-Informationen in der Sicherheitslage. „Keiner von uns kann ausschließen, dass unter diesen 30 Personen weitere Islamisten sind, die womöglich als Schläfer-Agenten des IS eingesickert sind und sich erst einmal ganz ruhig verhalten“, sagte ein Teilnehmer der vertraulichen Runde, in der Staatssekretäre von drei Ministerien sowie die Präsidenten der Sicherheitsbehörden vertreten sind.

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