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    SPIEGEL: Obama Superstar in Berlin | Drucken |  E-Mail
    Monday, 21. July 2008
    DER SPIEGEL feiert Barack Obama als Lichtgestalt des neuen Amerika. Message: Böser Bush;  Obama gut. Doch Barack Obama wird als tragische Figur enden. Mit ihm gibt’s zwar den Wechsel – allerdings den zum Schlechteren.

    Mit Methoden altbekannter Polit-Propaganda feiert DER SPIEGEL Barack Obama – ohne Rücksicht auf journalistische Grundwerte. Diese lauten: Ausgewogen, überparteilich, faire Recherche. Stattdessen wird Obama in einer Weise zelebriert, die von den Werbestrategen des Präsidentschaftsanwärters nicht besser inszeniert werden könnte.

     „Hoffnung“, „Wandel“, „Die Zukunft“ – das verspricht Obama. Wie ein Wandel zum Besseren stattfinden kann, bleibt ungewiss. Um das Geschichtsverständnis des zukünftigen Präsidenten muss man sich dagegen jetzt schon Sorgen machen.

    Am Memorial Day hielt er vor Veteranen in New Mexico eine Ansprache in der er behauptete:

     „Ich hatte einen Onkel, der bei den ersten amerikanischen Truppen war, die Auschwitz eroberten und befreiten.“

    Auschwitz liegt im Süden Polens und wurde im Januar 1945 von der roten Armee befreit.
    Auch in Heimatkunde muss der Kandidat nachsitzen: Im Mai verkündete er in Bezug auf seine Wahlkampftournee:

    „I’ve been in 57 States ? I think one left to go.“

    Ein Präsidentschaftskandidat sollte eigentlich wissen, aus wie vielen Staaten das Land besteht, das er regieren möchte.

    Auch Wirtschaftskenntnisse tendieren offenbar gegen Null. Mit dumpfen Umverteilungsparolen, Steuererhöhungen und Restriktionen will er ein besseres Amerika schaffen. Wie das gehen soll, ist vielen Beobachtern ein Rätsel. Denn eigentlich gibt es für den neuen US-Präsidenten keinen Handlungsspielraum mehr.

    Die Staatskassen sind leer, der Konsument überschuldet. Der Dollar auf Rekordtief. Die Staatsschulden auf Rekord hoch. Täglich wächst der Schuldenberg in den USA um 1,7 Milliarden Dollar. Leistungsbilanzdefizit ist mit 800 Milliarden Dollar das höchste der Welt. Kein anderer Staat auf diesem Planeten lebt so drastisch über seine Verhältnisse, wie die USA.

    Große Teile der Industrie sind nicht mehr konkurrenzfähig, steht vor der Pleite. Banken kaum noch handlungsfähig. Die Autoindustrie faktisch bankrott. Die Airlines am Boden. Immobilienmarkt im wahrsten Sinne des Wortes immobil. "Nichts geht mehr", sagt mir ein Bekannter aus den USA.

    Aus der Vielzahl der Probleme gibt es praktisch keinen Ausweg. Damit scheint das Schicksal der USA für die nächsten Jahre besiegelt zu sein: Rezession, Depression, Hyperinflation. Massenarbeitslosigkeit und Massenarmut.

    Es wird Barack Obama (falls Präsident) sein, dessen Name mit dieser schrecklichen Phase der USA in die Geschichte eingeht.

     

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