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    US Banken-Kollaps | Drucken |  E-Mail
    Sunday, 27. July 2008

    Insider befürchten Massenpleiten bei Banken. Anleger und Sparer verunsichert. Bank Run befürchtet. Wie geht's weiter?

     

     

    Bankpleiten in den USA? Heute kaum noch eine dicke Schlagzeile wert! Die Medien haben sich fast daran gewöhnt, so scheint es. Doch die Presse-Ruhe trügt.

     

    Seit 2007 sind in den USA 10 Banken Pleite gegangen, seit dem Jahr 2000 wurden immerhin 35 Geldhäuser geschlossen*. In keinem Land der Welt gingen in letzter Zeit so viele Banken Bankrott wie in den USA.

     

    Bei den Hypothekenvermittlern sieht es noch katastrophaler aus: Seit Ende 2006 gingen über 250 Hypothekenvermittler bankrott. Ein Insider sagt: „Am Immobilienmarkt läuft nichts mehr, der Markt ist zum Stillstand gekommen“. Das lässt nichts Gutes ahnen.

     

    Am Wochenende erwischte es mit First National Bank of Nevada und die First Heritage Bank NA of California – nicht gerade die kleinsten Häuser in den USA. First National brachte es immerhin auf eine Bilanzsumme von 3,4 Milliarden Dollar. Tausende Kunden bangen nun um ihr Erspartes.

     

    Jeder, der in den USA Geld auf der Bank hat, zittert spätestens seit diesem Wochenende. Dass weitere Banken vor dem Kollaps stehen, ist sicher. Dies wird auch von der Bankenaufsicht FDIC indirekt zugegeben. Offiziell stehen 90 Institute auf der Watchlist der Aufsicht. Diese verwalten Sparguthaben von mehr als 26 Milliarden Dollar**.

     

    Dass diese offizielle Zahl sicherlich ein Understatement ist, scheint klar. Insgesamt gibt es 8500 Banken in den USA. Den kleinen wird es demnächst an den Kragen gehen, befürchten Insider. Getreu dem Motto: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen.

     

    Schon jetzt ziehen die Menschen massenhaft ihre Gelder von den Konten ab. Denn niemand weiss, wer der Nächste ist. Eine Bankpleite ist immer mit extremen Unannehmlichkeiten verbunden, auch wenn Kleinanleger ihr Geld irgendwann zurückkriegen. Doch wie lange noch? Der Einlagensicherungsfonds verfügt schließlich nicht über unendliche Mittel.

     

    Für jeden, der über 100000 Dollar auf der Bank hat, wird die Sache jetzt schon ernst. Denn oberhalb dieser Grenze erhält man maximal bis zu 50% zurück. Und das auch erst nach vielen Monaten, nämlich dann, wenn alle Umstände gesettelt sind und der Insolvenzverwalter bzw. die Bankenaufsicht Klarheit hat über die Zustände der betroffenen Bank.

     

    Es ist leicht nachvollziehbar, wie es derzeit all jenen geht, die ihr ganzes Leben gespart haben und nun um ihre Altervorsorge zittern. In den USA ist die private Vorsorge nämlich weit verbreitet. Es ist kaum vorstellbar, dass ein 60jähriger Rentner mit  200000 Dollar aufgrund der sich zuspitzenden Situation noch ruhig schlafen kann, ohne sein Geld am nächsten Tag von der Bank komplett abzuheben und es lieber unterm Kopfkissen zu verstecken.

     

    Und damit setzt sich ein unheilvoller Dominoeffekt in Gang. Je mehr Leute nämlich ihre Gelder abziehen, desto brenzliger wird die Situation der Kredithäuser  - die meisten davon sind ohnehin schon unterkapitalisiert.

     

    Weitere Bankenkräche sind damit programmiert. Ob die Menschen ihr Geld von den kleinen Instituten abziehen und bei den großen einzahlen, ist eher zweifelhaft – obwohl das von einigen Beobachtern so gesehen wird.

     

    Einige Insider sprechen sogar davon, dass diese Entwicklung gewollt ist. Auf diese Weise kommen die großen Institute massenhaft an neue Kunden und werden damit gestärkt. Denn nur bei den großen Geldhäusern kann man noch sicher sein, dass letztlich der Staat bzw. die FED unterstützend eingreift.

     

    Wer bei kleinen Banken ist, kann nur auf den Einlagensicherungsfonds hoffen, um Beträge unter 100000 Dollar zu 100% erstattet zu bekommen. Doch die Mittel dieses Fonds sind endlich und werden immer weniger. Vor der IndyMac Pleite standen noch 55 Milliarden Dollar zu Verfügung. Allein IndyMac verschlang rund 8 Milliarden. Die Bankpleiten vom Wochenende benötigen noch einmal rund 1 Milliarde.

     

    Schon jetzt ist abzusehen, dass ein Flächenbrand bei den Banken vom Versicherungsfonds niemals gedeckt werden kann. Und darin liegt weiterer, explosiver Zündstoff. Denn diese News wird auch von den Medien in den USA verbreitet.

     

    Es dürfte für die Zentralbank immer schwieriger werden, diese Situation unter Kontrolle zu bringen – auch wenn die Pleiten vom Wochenende für die Betroffen noch mal glimpflich verlaufen sind.

     

    *)Übersicht über die 35 Bankpleiten in den USA seit 2000: http://www.fdic.gov/bank/individual/failed/banklist.html

     

    **)laut CNN

     

      

     

     

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