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    Fannie & Freddie: Bilanzen gefälscht! | Drucken |  E-Mail
    Sunday, 7. September 2008
    US-Rettungsaktion offenbart Skandal: Bilanzen manipuliert. Banken  hatten Kapitalbasis aufgeblasen und geschönt. Sofortiger Eingriff nötig da sonst sofortiger Bankrott drohte. 

     

    Illustration by Robert NeubeckerDie Rettungsaktion von Fannie Mae und Freddie Mac wird immer mehr zum Skandal. Eine Prüfungskommission spricht davon, dass die größten Hypothekenbanken der USA ihre Bilanzen "geschönt" hätten - ein vornehmer Ausdruck für "manipuliert".

    Der Skandal erschüttert Amerika, weil die beiden Hypothekenbanken ihre Bilanzmanipulationen praktisch unter den Augen der Aufsichtsbehörden vornahmen. Diese haben jedoch nicht eingegriffen und gewartet, bis es zu spät war.

    «Wir mussten soeben die zwei grössten Finanzinstitute der Welt verstaatlichen, weil unsere Politiker nichts unternehmen», sagte ein Finanzanalyst der New York Times. Seit 2003 wisse man um die Buchhaltungsprobleme der beiden Firmen, und kein Politiker habe etwas unternommen. 

    Die US-Regierung musste heute deshalb so schnell eingreifen, weil die Baufinanzierer ihre Kapitalbasis aufgeblasen haben - und das nicht zum ersten Mal.

    Das sagten Angestellte der US-Finanzverwaltung, die die Bücher von Fannie Mae und Freddie Mac studiert haben, der New York Times. Seit Wochen hatten Experten den obersten Finanzverwalter Henry Paulson gedrängt, bei Fannie und Freddie schnell einzugreifen.

    Letzte Woche dann entdeckten Berater die dunklen Flecken in Freddie Macs Buchhaltung: Das Institut war noch schlimmer dran als gedacht, weil es seine Kapitalbasis in den Büchern grösser angegeben hatte, als sie tatsächlich war. Paulson musste sofort handeln.

    Die manipulierte Bilanz bedeutet noch nicht, dass Freddie gegen rechtliche Bilanzvorschriften verstossen hat. Vielleicht wurden diese lediglich ausgereizt.

    Ein Beispiel: Statt Hypotheken als verloren abzuschreiben, wenn der Schuldner 3 Monate nicht bezahlt hat, wie das Jahrzehnte lang Tradition gewesen sei, hätten Fannie und Freddie seit einiger Zeit damit bis zu 2 Jahre zugewartet und so die Bilanzen voller wertloser Guthaben gehabt, so die New York Times.

    Die Zeitung zitiert ausserdem einen Insider aus der Bank, der zugibt, man habe Verluste in der Buchhaltung so lange wie möglich hinausgeschoben. Ohne Kontrolle wären sie erst im Frühjahr 2009 zum Vorschein gekommen, dann, wenn Freddie seine Abschlussrechnung für 2008 präsentiert hätte. Fannie Mae hätte genau die gleichen Methoden angewandt, so die New York Times, allerdings in einem geringeren Ausmass. 

    Aus der New York Times :

    "Then, last week, advisers from Morgan Stanley hired by the Treasury Department to scrutinize the companies came to a troubling conclusion: Freddie Mac’s capital position was worse than initially imagined, according to people briefed on those findings. The company had made decisions that, while not necessarily in violation of accounting rules, had the effect of overstating the companies’ capital resources and financial stability.

    Indeed, one person briefed on the company’s finances said Freddie Mac had made accounting decisions that pushed losses into the future and postponed a capital shortfall until the fourth quarter of this year, which would not need to be disclosed until early 2009. Fannie Mae has used similar methods, but to a lesser degree, according to other people who have been briefed.

    Representatives of both companies did not return calls or declined to comment. But officials who have been briefed on the plans said late Saturday that the companies had agreed to the takeover."

     

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