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    Der Euro-Crash | Drucken |  E-Mail
    Wednesday, 22. October 2008
    Der Euro verhält sich gegenüber dem Dollar wie eine Drittweltwährung. Werden die Tatsachen auf den Kopf gestellt?

    Staunend nimmt die Finanzcommunity die crashartigen Bewegungen des Euro gegenüber dem Dollar wahr. Das, was man sonst nur von Währungen der so genannten Dritten Welt kennt, erleben wir jetzt am eigenen Leib.

    Die Ursachen sind mannigfaltig. Doch ein möglicher Hauptgrund ist schnell gefunden: Die Frage, wie sich Europa und der Euro in der Finanzkrise schlagen wird. Und da sind die Prognosen nicht gut.

    Kriegserklärung gegen so genannte Steueroasen, Verstaatlichungsträume europäischer Schlüsselindustrien, möglicher Bankrott der PIGS Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien), Überwachung, Bargeld-Kontrollen. Europa befindet sich auf dem Weg zum „Staatskapitalismus“ übelster Prägung, so ein Beobachter. Und überall dort, wo sich Staaten zu sehr einmischen, kommt meist nichts Gutes bei raus.

    Schon häufiger wurde die Frage gestellt, ob der Euro ein solches Stress-Szenario überhaupt überleben kann. Es sieht nicht so aus.

    Zu den politischen Problemen gesellen sich auch technische Zwänge im internationalen Devisenverkehr. Euro-Yen Carry Trades werden offenbar aufgelöst, was dem Dollar zugute kommt.

    Auch von der Rückführung und Auflösung großer Derivate-Positionen ergibt sich derzeit ein hoher Dollar Bedarf, so hört man an der Währungsfront.

    Doch am Ende wird auch der Dollar kein sicherer Hafen sein. Denn in den USA sieht es kein Deut besser aus. Es wird nur so wahrgenommen von der internationalen Investorengemeinde.

    Auch in den USA gibt es eine Kriegserklärung gegen „Steueroasen“. Und dort fackelt man nicht lange. So wurde die UBS schon vor Monaten kurzerhand gezwungen, 20000 Kundendaten preiszugeben. Auch in den USA gibt es Verstaatlichungstendenzen. Und jeder weiss: in keinem Land wird mehr Geld gedruckt als durch die FED.

    Doch die USA hat den historischen Bonus. Den Dollar gibt es schon seit 200 Jahren. Doch auch hier stellt sich die Frage: Wie lange noch?
     Chart
     

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