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    USA: Offener Putsch durch die FED | Drucken |  E-Mail
    Von Folker Hellmeyer, Chefanalyst Bremer Landesbank   
    Wednesday, 17. December 2008
    Fed schießt den Vogel ab und den freien Markt gleich mit! Wenn freie Märkte sterben und eine Zentralbank, die keine öffentliche Veranstaltung ist, sondern privaten Banken gehört, für wesentlichste Kapitalgüter maßgeblich den Preis bestimmende Kraft ist, dann handelt es sich im übertragendem Sinn um einen „Putsch“.

    Der Offenmarktausschuss hat den Vogel abgeschossen. Die USA sind das erste Mal in der   Geschichte seit 1913 (Gründung der Fed, eine ganz eigene Geschichte von Jekyll Island, gehört hier aber nicht her …) bei einer  Nullzinspolitik gelandet!

    • Der Offenmarktausschuss hat den Zielsatz der Fed Funds überraschend von 1,00% auf eine Bandbreite zwischen 0,00% - 0,25% angepasst und damit das volle Potential möglicher Zinssenkungen ausgeschöpft.

    • Die Fed hat weiterhin angekündigt nach Notwendigkeit auch in großem Umfang „Agency“-Titel (Fannie, Freddie) und MBS zu erwerben, um diesen Sektor zu unterstützen.


    • Man erwäge darüber hinaus lang laufende Treasury-Titel zu erwerben, um Einfluss auf das Zinsniveau am Kapitalmarkt zu nehmen.


    • Anfang nächsten Jahres wird die „Term Asset-Backed Securities Loan Facility“ eingeführt, um die Kreditvergabe an private Haushalte und kleinere Unternehmen zu verbessern.


    • Darüber hinaus wird die Fed über weitere Maßnahmen beraten, im Rahmen ihrer Bilanzpolitik Unterstützung für die Kreditmärkte und die Wirtschaft zu ermöglichen.



    Es gibt aus den 60er Jahren den Titel „.. the day when the music died“, analog kann der 16.12.2008 in die Annalen eingehen als der Tag, an dem das Thema des freien Markts in den USA begrabenwurde.

    Der größte Protagonist dieses Ansatzes hat sich um 180 Grad gedreht und will nun politische Preise bei Agencies und bei MBS „organisieren“. Gleichfalls soll nun nicht nur noch daskurzfristigen Zinsniveau durch die Zentralbank determiniert werden, nein das langfristige Kapitalmarktniveau soll jetzt unter Umständen einer politisch korrekten Bewertung zugeführtwerden.

    Weitere Maßnahmen würden ins Auge gefasst. Nach den bisherigen Einflussnahmen durch das „Plunge Protection Team“ am Aktienmarkt oder professionell ausgedrückt durch die„Working Group on Financial Markets“ (Gründungsakt nach Crash 87 durch Reagan) kann jetzt  eine offene Interventionspolitik folgen?


    Wenn freie Märkte sterben und eine Zentralbank, die keine öffentliche Veranstaltung ist, sondern privaten Banken gehört, für wesentlichste Kapitalgüter maßgeblich den Preis bestimmende Kraftist, dann handelt es sich im übertragendem Sinn um einen „Putsch“.

    Die solitäre Fokussierung auf die kurzfristigen stabilisierenden Folgen an den Finanzmärkten sollte nicht den Blick auf den vor einigen Monaten noch unvorstellbaren Bruch des ordnungspolitischenRahmens in den USA verstellen. Dieser 16.12.2008 mag am Markt stabilisierend sein, er ist für Protagonisten freier Märkte und damit freier  Gesellschaften in höchstem Maße verstörend!

     

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