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    Bilderberg -Treffen in Athen: Hintergründe und Abgründe | Drucken |  E-Mail
    Sunday, 17. May 2009
    Einmal jährlich trifft sich die Welt-Geld-Elite. Die Meetings sind top secret. Trotz Star-Aufgebots internationaler Finanzprominenz beim diesjährigen Bilderberg-Treffen in Athen: Die Presse schweigt. Das hat seinen guten Grund.  Auf der brisanten Konferenz geht es ums Geld – oder besser gesagt: Um das Geldsystem.

    Astir Palace Peninsula

    Astir Palace Peninsula südlich von Athen: Bilderberg Hochsicherheitszone

    Die kleine Halbinsel südlich von Athen mit dem Luxus Hotel Ressort "Astir Palace" wurde an diesem Wochenende zur Sperrzone erklärt. Keine Journalisten, keine Fotos, kein TV.

    Das wundert ein wenig – denn normalerweise lauern bei einem solchen Staraufgebot an Finanzprominenz gleich Dutzende Kamerateams und Zig Reporter – wie zum Beispiel beim Davos-Zirkus.

    Doch in Athen findet man nur einige Blogger und vollkommen Unentwegte, welche in der Öffentlichkeit gerne als Verschwörungs-Freaks abgetan werden. Zu Unrecht. Vielmehr stellt sich die Frage, warum die offizielle Presse schweigt.

    In Griechenland titelte lediglich die Tageszeitung Eleftheros Typos: „Der Klub der Starken“ – und eine andere Zeitung berichtete über „Bilderberg: Die ersten Geigen des Kapitalismus“.

    Doch was die ersten Geigen des Kapitalismus vor den Toren Athens besprachen, bleibt im Dunkeln. Wahrscheinlich wusste es auch nicht der griechische Premier Kostas Karamanlis – der es sich jedoch nicht nehmen ließ, die Finanz-Elite persönlich zu begrüßen.

    Karamanlis war zumindest ein offiziell bestätigter Gast auf der Geheimkonferenz. Auf die Frage, was er dort mache, ließ Griechenlands Premier kurz und knapp von seinem Pressesprecher verbreiten: „Wie sie wissen, sind eine Menge Würdenträger in Athen und es entspricht der Höflichkeit, diese zu begrüßen“.

    Karamanlis hatte viele bekannte Hände zu schütteln. Rund 130 Personen der internationalen Finanzprominenz, sowie Politiker aus aller Welt und der Hochadel höchst persönlich waren anwesend.

    Laut diverser News-Quellen (die MMnews vorliegen) weist das diesjährige Bilderberg-Treffen eine illustre Gästeliste aus. Diese ist  natürlich auch geheim.

    Fest steht aber, dass folgende Personen mit von der Party waren: James Steinberg (US-Vize-Außenminister), US-Finanzminister Timothy Geithner, Weltbank President Robert Zoellick,  EU-Chef Jose Manuel Barroso, EZB-Chef Jean-Claude Trichet, die Königin Sofia aus Spanien, Königin Beatrix von den Niederlanden sowie zahlreiche Politiker, vornehmlich Finanzminister. Ausserdem Chefs und Abgesandte aller großen Investmentbanken – sowie dem Vernehmen nach auch Josef Ackermann von der Deutschen Bank.

    Bei so viel Prominenz erstaunt es ein wenig, dass es sich um eine „private“ Veranstaltung handelt, welche im Astir Palace stattfand. Ein Anruf von MMnews im Hotel selbst bestätigte dies. „Es handelt sich um eine private Wirtschaftskonferenz“ – erklärte die Managerin am Telefon. Wer der Ausrichter sei, dürfe sie nicht sagen.

    „Privat?“ Hier könnte man doch mal nachhaken. Immerhin ist Timothy Geithner Repräsentant einer demokratisch gewählten Regierung. Auch ist es nicht vorstellbar, dass EZB-Chef Trichet – nur so zum Vergnügen – auf eine private Konferenz geht. Darüber hinaus spricht schon die Anzahl der Teilnehmer dafür, dass es hier keineswegs um „private“ Angelegenheiten geht, sondern um Dinge, welche von weltpolitischer und weltwirtschaftlicher Brisanz sind.

    „Privat“ war sicherlich auch nicht die US-Navy unterwegs, welche Reporter des Blogs „Schall und Rauch“ (--->Alles Schall und Rauch) daran hinderten, sich per Boot in die Nähe des Hotels zu begeben. (Die griechische Marine bewachte die Konferenz gemeinsam mit ihren amerikanischen Kollegen) Die Journalisten versuchten, mit einem Boot in die Nähe des Hotels zu gelangen, wurden jedoch unter Gewalt der US-Marine gezwungen, abzudrehen.

    Bild Nr. 28837 - 1 mal gesehen

    Von den Medien ignoriert: Proteste am Tagungsort der Bilderberg-Konferenz in Griechenland

    Vollkommenes Schweigen auch zu den  Demonstrationen, welche am Tagungsort stattfanden. Der Mainstream - sonst immer zur Stelle bei Krawallen und Protesten - ignorierte den Aufmarsch von Hunderten Demonstranten vor den Schranken des Astir Hotels. Demos gegen die Bilderberg-Konferenz finden in den Medien nicht statt. (Siehe auch hier die Berichterstattung bei --->Alles Schall und Rauch.)

    Themen gab es also genug. Doch die Mainstream-Presse fragt nicht. Sie schweigt. Und das ist der eigentliche Skandal.

    Aber vielleicht hat das Schweigen auch einen guten Grund. Denn das, was in Athen besprochen wurde, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Wenn es nämlich um das Geldsystem geht, dann hört die Demokratie auf.

    Auffällig an dem Meeting ist die Tatsache, dass die Konferenzteilnehmer grob in zwei Gruppen einteilbar sind: Die einen machen das Geld – und die anderen haben es. Als dritte Gruppe kommen noch die anwesenden Politiker in Frage. Diese haben zwar kein Geld, aber sie sind für dessen Verteilung und die Ordnung zuständig.

     Aphrodite Astir Palace hotel - Athens Deluxe hotel - meeting room Astir Palace hotel Aphrodite - Athens resort hotel

    Astir Palace Hotel: Konferenzraum und Pool

     

    Was stand auf der Agenda der Bilderberg-Konferenz?

    Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer der Konferenz intime Kenner des Geldsystems sind. Und als solche sind sie sich auch darüber im Klaren, in welcher Gefahrenzone sich dieses System befindet. Der Gesprächsstoff beinhaltete also genügend Sprengstoff, um die Geldillusion bei den Untertanen zu zerstören. Dies dürfte der eigentliche Grund für die strikte Geheimhaltung sein.

    Angesichts der akuten Lage gab es in Athen sicherlich regen Gesprächsbedarf. Was also tun, bei einem System, welches durch Zinseszinseffekte mit mathematischer Präzision zum Untergang verurteilt ist?

    Wie umgehen mit steigenden Staatsschulden, von denen von Vornherein feststeht, dass diese in einem solchen System niemals zurückgezahlt werden können und  dürfen – weil Geld auf Schulden beruht und eine Rückzahlung von Schulden Geld vernichtet?

    Gibt es Auswege aus dem Dilemma der Notwendigkeit ständig steigender Schulden und der Tatsache, dass Schulden nicht ins Unendliche wachsen können?

    Wie lange können Zentralbanken noch den Geldschöpfungsprozess anheizen, ohne dass der Normalbürger Verdacht schöpft?

    Oder ist das System bereits am Ende? Müssen womöglich Vorkehrungen und Vorbereitungen für eine weltweite Währungsreform getroffen werden? Welche politischen Voraussetzungen sind für eine Geldreform notwendig? – Kein Wunder, dass die Beteiligten kein Interesse daran haben, solche Diskussionen an die Öffentlichkeit zu tragen.

    Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass diese Themen tatsächlich diskutiert wurden. Doch die, die es angeht, werden es zuletzt erfahren.

     

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