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IG Metall Boss: Gewerkschaftsgeld für Strip-Bar | Drucken |  E-Mail
Saturday, 20. June 2009
Wolfsburger IG-Metaller ließ sich Besuch in mexikanischer Strip-Bar bezahlen. Ausgaben für Besuch in Table-Dance-Bar im mexikanischen Puebla von Gewerkschaft erstattet.

 

Der IG Metall droht eine Affäre um Geldverschwendung innerhalb der Gewerkschaft.
Der damals Zweite Bevollmächtigte der Verwaltungsstelle Wolfsburg, Frank
Patta, ließ sich die Ausgaben in einer Table-Dance-Bar im mexikanischen Puebla von
der Gewerkschaft erstatten. Patta war mit einer Gewerkschaftsdelegation im Mai
2006 zum deutsch-iberoamerikanischen gewerkschaftlichen Netzwerktreffen in
Mexiko. Am 18. Mai besuchte er zusammen mit Kollegen ein Strip-Lokal. Die Rechnung
über umgerechnet rund 105 Euro reichte Patta später bei der IG Metall in
Wolfsburg ein. Sie wurde vom damaligen Ersten Bevollmächtigten als „sachlich richtig“
abgestempelt, nachdem sich der örtliche Kassierer weigerte, sie zu unterzeichnen.
Dem IG-Metall-Funktionär wird auch in weiteren Fällen Geldverschwendung vorgeworfen,
beispielsweise bei der Ausstattung der Büros im neuen Wolfsburger Gewerkschaftshaus.
Entsprechend der Ausschreibung erhielten die einfachen Mitarbeiter
der Gewerkschaft Bürostühle für 374,85 sowie Besucherstühle für 213,01
Euro. Der inzwischen zum Ersten Bevollmächtigten aufgestiegene Patta und sein
damaliger Zweiter Bevollmächtigter dagegen sollten feiner sitzen. Ihre Bürostühle
kosteten jeweils 2556,64 Euro, die Besuchersessel 1621,02 Euro. Insgesamt
kostete die standesgemäße Ausstattung der beiden Chefbüros 24 777 Euro.
Der verantwortliche Leiter der Internen Revision der IG Metall, Erich Bach, teilte dem
SPIEGEL mit, dass „die Kosten der Bürostühle sicherlich im oberen Bereich des Vertretbaren
liegen“. Weil sie vom zuständigen Wolfsburger Ortsvorstand beschlossen
worden waren, sei dies aber nicht zu beanstanden gewesen.
Der langjährige Kassierer der IG-Metall-Verwaltungsstelle Wolfsburg, Michael Semenow,
wurde wegen anderer Vorwürfe von der Gewerkschaft fristlos entlassen.
Semenow, der zuletzt als Geschäftsführer der IG Metall Servicegesellschaft in
Frankfurt gearbeitet hatte, wehrt sich in einem Arbeitsgerichtsprozess gegen seine
Entlassung. Er weist die Vorwürfe gegen sich zurück. DER SPIEGEL 26/2009

 

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