| Schweinegrippe: Impfstoff angeblich knapp | | Drucken | |
| Saturday, 4. July 2009 | |
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Bundesregierung warnt vor Wettlauf der EU-Länder um Impfstoff. Großbritannien plant, im Fall eines aggressiven Seuchenverlaufs mindestens
jeden zweiten Bürger impfen zu lassen.
Die Bekämpfung des Schweinegrippevirus H1N1 führt zu Streit in der Europäischen Union. Es geht um die Frage, wie viel Impfstoff die einzelnen Staaten zum Schutz ihrer Bevölkerung bestellen können. Bei einem informellen Treffen der zuständigen Minister diese Woche in Schweden will sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) für eine gemeinsame Strategie der EU einsetzen. Sie warnt vor einem Wettlauf um den begehrten Impfstoff. Die EU-Staaten dürften nicht zum „Spielball der pharmazeutischen Industrie werden“, so Schmidt. Andere Länder hingegen haben sich zum Ziel gesetzt, zunächst der eigenen Bevölkerung zu helfen. Großbritannien etwa plant, im Fall eines aggressiven Seuchenverlaufs mindestens jeden zweiten Bürger impfen zu lassen. Einig sind sich die EU-Politiker darüber, dass die Zahl der Erkrankungen ab Herbst drastisch ansteigen könnte. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte kürzlich im Kreis von Vertrauten davor, die Seuche zu unterschätzen, aus der sich auch Gefahren für die Weltwirtschaft ergeben könnten.
Weil die Produktion des H1N1-Impfstoffs erst kürzlich angelaufen ist, rechnen Experten mit Engpässen. Die Weltgesundheitsbehörde WHO berät deshalb diese
Woche, ob die Produktion des normalen saisonalen Impfstoffs zugunsten des Mittels gegen die Schweinegrippe eingestellt werden soll. DER SPIEGEL 28/2009
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