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    Das Schlimmste kommt noch | Drucken |  E-Mail
    Sunday, 30. August 2009
    Interview mit Prof. Wilhelm Hankel über die Auswirkungen der Krise und Perspektiven für die Zukunft. Bestes Szenario: Stagnation für die nächsten 5-10 Jahre. Für viele Menschen steht das Schlimmste aber noch bevor. Krisenbewältigung der Politik "grotesk". Bankenrettung Wahnsinn. Die privatkapitalistische Gesellschaft auf dem Weg in den Staatssozialismuns.

     

    Anders als viele Ökonomen und die Massenmedien sieht Prof. Wilhelm Hankel keineswegs das Ende der Krise. Seiner Meinung nach steht für viele Menschen das Schlimmste noch bevor - wegen drohender Massenarbeitslosigkeit

    Die Krisenbewältigung durch die Politik beurteilt der Wirtschaftsprofessor als "grotesk": "Nichts anderes als hilflose Verlegenheitsmaßnahmen". Das wahre Ausmaß des Debakels stehe erst noch an und man könne allenfalls mit einer Stagnation rechnen, welche sich über das kommende Jahrzehnt hinzieht, so Hankel.

    Die Bankenrettung sei fraglich und ineffizient. Der Staat kann nicht für alle Verbindlichkeiten der Banken gerade stehen, deshalb plädiert Hankel für Bank-Pleiten für jene Häuser, die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen. Banken-Rettungen hält er für eine Illusion, weil die Kreditmüllverbindlichkeiten der Institute zu hoch sind - das sei "Wahnsinn". 

    Hankel spricht sich dafür aus, Privatguthaben der  Banken staatlich zu garantieren und die Kreditinstitute mit ihrem Giftmüll allein zu lassen. Sollten diese daran zugrunde gehen, müsse die Notenbank das Alltagsgeschäft zeitweise übernehmen. 

    Die Politiker seien von den Finanzinstituten betrogen worden, in Hinblick auf mögliche Folgen einer Pleite. Die Institute hätten nur ihren eigenen Vorteil im Blick gehabt, sagt Hankel. Aber richtig sei, dass man schon die Hypo Real Estate hätte bankrott gehen lassen müssen. Dass der Staat hier eingesprungen sei, sei Beweis seiner Inkompetenz, die möglicherweise auch an Korruption grenze.

    Das Handeln der Politiker sei nichts anderes als eine Sterbehilfe für die Freie Marktwirtschaft, urteilt Hankel zu den Folgen der Krisenbewältigung. Es werde die falsche Medizin und die falsche Therapie angewandt. Dies mache den Patienten nicht gesund.

    Am Ende sieht Hankel zwangsläufig eine starke Inflation am Horiziont, möglicherweise auch eine Hyperinflation - auch wenn gegenwärtig die Preise leicht fallen würden. 

    Mit Professor Wilhelm Hankel sprach Michael Mross.

     

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