| Desertec: Wüstenwahn wird wahr |
| Friday, 30. October 2009 | |
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Wüstenstrom-Projekt Desertec will innerhalb von drei Jahren fertige
Baupläne präsentieren – Startbudget von 1,8 Millionen Euro pro Jahr –
Koordinator Munich Re fordert höhere Investitionen in Ausbau der
Stromnetze.
Die Planungsgesellschaft der Wüstenstrom-Initiative Desertec will bis zum Jahr 2012 konkrete Pläne für Solarkraftwerke in der Sahara erarbeiten. „Unser Ziel ist es, in drei Jahren ein fertiges und politisch abgestimmtes Konzept vorzulegen, inklusive kompletter Baupläne“, sagte Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied der Munich Re und bisheriger Koordinator des Projekts, im Interview mit der Tageszeitung DIE WELT (Samstagausgabe).
„Dann könnte man relativ schnell mit dem Bau der ersten Kraftwerke und Leitungen beginnen“, kündigte er an. Weitere Anlagen könnten dann Schritt für Schritt folgen. „Wir sprechen hier nicht über ein Projekt, das erst in 20 oder 30 Jahren Realität wird.“ Ziel der Initiative ist es, bis zum Jahr 2050 bis zu 15 Prozent des europäischen Strombedarfs mit Energie aus der Sahara zu decken.
Am Freitag hat die neu gegründete Planungsgesellschaft DII die Koordination des Projekts übernommen. Das Unternehmen mit Sitz in München startet mit einem jährlichen Budget von 1,8 Millionen Euro. „Jeder der derzeit zwölf Industriepartner zahlt zunächst 150.000 Euro jährlich als Beitrag zum laufenden Betrieb der Gesellschaft“, sagte Jeworrek der Zeitung. Dazu kämen weitere Ausgaben, etwa für externe Gutachten.
Man werde jedoch den Kreis der Teilhaber weiter ausbauen, was die Kosten für den einzelnen im Rahmen halte. Jeworrek sprach von 20 bis 30 stimmberechtigten Partnern sowie von assoziierten Mitgliedern, deren Zahl nicht begrenzt sei – „das können über 100 werden“, sagte der Versicherungsmanager. Die Initiative könne derzeit aus vielen Bewerbern auswählen: „Es haben wesentlich mehr Unternehmen Interesse, als der Teilhaberkreis aufnehmen kann“, sagte Jeworrek.
Damit die Wüstenstrom-Vision Wirklichkeit werden kann, sind jedoch nach Jeworreks Ansicht unter anderem wesentlich höhere Investitionen in den Ausbau von Stromnetzen nötig. Die zwei Milliarden Euro, die innerhalb der EU bis zum Jahr 2020 dafür vorgesehen sind, seien „sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisierte er. Für die Desertec-Leitungen seien etwa 50 Milliarden Euro nötig. „Dieses Geld muss nicht zwingend aus öffentlichen Kassen kommen“, betonte Jeworrek.
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