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    Schweinegrippe: USA will Internet sperren | Drucken |  E-Mail
    Monday, 9. November 2009
    Die Schweinegrippe bedroht nach Ansicht von US-Behörden nun auch das Internet. Das U.S. General Accountability Office will das Internet in den USA im Falle einer Pandemie drosseln oder stark besuchte Seiten sogar sperren lassen. Begründung: Wenn zu viele Kranke im Net surfen, bricht es zusammen. Durchführen soll die Aktion die Heimatschutzbehörde.

    Was zunächst wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, ist tatsächlich ernst gemeint.

    Ein aktueller --->Report des General Accounting Office (GAO, Bundesrechnungshof) empfiehlt, das Internet in den USA im Falle einer Pandemie zu drosseln oder stark besuchte Seiten sogar sperren lassen.

    Dies schlägt die Behörde in der 71 Seiten starken "Empfehlung"vor, die nun den Kongress-Abgeordneten vorgelegt wurde. Darin mahnen die Aufpasser, dass die Abgeordneten im Falle einer schweren Pandemie nur unzureichend Vorsorgemaßnahmen getroffen hätten.

    Die GAO  zielt dabei speziell auf das US Department of Homeland Security  (DHS, Heimatschutzministerium) und wirft den Heimatschützern vor, nicht nur keine Pläne für ein solches Szenario in der Schublade zu haben, sondern noch nicht einmal ansatzweise über das Problem nachgedacht zu haben. “Das DHS hat keine Strategie entwickelt, um eine potentielle Internet-Blockade aufzulösen”.

    Eine der größten Bedrohungen der Schweinegrippe sei der Datenverkehr im Internet, - so die GAO - weil der Traffic  bei stark ansteigenden Krankenzahlen ebenfalls zunehmen würde und so lebenswichtige Verbindungen blockieren könnte. Begründung: Kranke würden zuhause vermehrt das Internet nutzen, was zu Leitungsengpässen führen könnte - mit lebensbedrohlichen Folgen für Staat und Wirtschaft.

    Wörtlich heisst es in der Studie:

    Die vielen an der Schweinegrippe erkrankten "Schüler und Studenten, Arbeiter sowie ihre Familienangehörigen" würden durch ihre intensive Internetnutzung "Staus erzeugen, weil die aktuellen Kapazitäten der Netzwerkstrukturen der Internetprovider in Wohngebieten überschritten würden".

    Wenn Schulen und andere Bildungseinrichtungen wegen der Schweinegrippe geschlossen werden, würden die Schüler und Studenten "wahrscheinlich Unterhaltung im Internet suchen, das heißt Videos herunterladen oder online anschauen, Onlinespiele spielen oder anderen Aktivitäten nachgehen, die hohen Bandbreitenbedarf haben".

    Als mögliche Folge eines verstopften Internets führt die Behörde das Beispiel an, dass Broker bei zu starkem Traffic von Privatpersonen nicht mehr richtig handeln könnten und damit sogar eine Schließung der Börse drohe, wenn keine entsprechenden Maßnahmen getroffen würden. Auch das Bankensystem sei davon betroffen. Als Abhilfe sollten die Kongress-Abgeordneten eine Verfügung erlassen, den Datenverkehr von Privatpersonen im Ernstfall drosseln zu können und stark frequentierte Seiten ganz zu sperren.

    Die GAO schlägt vor, dass im Ernstfall die US-Regierung einschreiten und aktiv Maßnahmen gegen die Internetverstopfung ergreifen müsste. Zuständig wäre in diesem Fall das US-Heimatschutzministerium (DHS).

    So fordert der Report der GAO:  Eine denkbare Gegenmaßnahme wäre es, dass die Internet-Provider "die Verstopfung dadurch verringern, dass sie die Bandbreite von Endnutzern... reduzieren". Damit könnten die Provider allerdings "die Nutzungsverträge mit ihren Kunden verletzen". Aus diesem Grunde bräuchten die Internet Provider "Anweisungen von der Regierung, um zu handeln".

    Die GAO steht mit ihrer Drohkulisse in den USA nicht alleine da. Auch private Unternehmensberatungen teilen die Einschätzungen der Behörde. So warnt das US-Beratungs-Unternehmen Gartner,  dass viele Unternehmen auf den Internetstau durch die Schweinegrippe nur unzureichend vorbereitet seien. (--->Computerworld).

    Während einer Pandemie könnten bis zu 40 Prozent der Arbeitskräfte nicht an ihrem Arbeitsplatz sein. Die bisherigen Telearbeitsstrategien der Unternehmen würden versagen, wenn das Internet zu stark in Anspruch genommen würde. Gartner-Analystin Roberta Witty empfiehlt den Unternehmen, sich auf den Pandemie-Fall vorzubereiten.

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