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    Gold: The only way is up | Drucken |  E-Mail
    Von Lars Schall   
    Wednesday, 18. November 2009
    Der Goldpreis kennt nur noch eine Richtung – und die lautet: rauf, rauf, rauf! Faber:„Unter 1000 US-Dollar pro Feinunze wird der Goldpreis nicht mehr fallen.“ Passend zum Bild scheint „Peak Gold“ die Weltbühne zu betreten und der kanadische Minen-Gigant Barrick schließt sein Hedge-Book.

     

    Gleichviel, wohin man schaut: die Zeichen stehen bestens für einen stetig in die Höhe gehenden Goldpreis. Sollte beispielsweise der Internationale Währungsfond (IWF) mit der Veräußerung von 200 Tonnen Gold an Indien beabsichtigt haben, den Goldpreis in seinem Aufwärtssog anzuhalten, so ist dieses Vorhaben gescheitert. Ein kurzer Rückblick hierzu: im April diesen Jahres, während des G-20-Treffens in London, beschlossen die beteiligten Nationen, 403,3 Tonnen Gold zum Verkauf anzubieten, um die Gelder in Form von sogenannten Concessional Loans an Dritt-Welt-Länder weiterzugeben. Dadurch sollen, so jedenfalls die offizielle Verlautbarung, die berücksichtigten Staaten in Zeiten der globalen Finanzkrise unterstützt werden.[1] Dieser Handel wurde dem IWF im September von seinen Mitgliedern schließlich gestattet. Für circa 6,7 Milliarden US-Dollar ging die Hälfte im Oktober an Indien. Der Subkontinent wiederum kaufte das Gold, um seine Währungsreserven zu unterstützen. Sprich: das erworbene Gold wird auf Dauer eingelagert.

    Indien tut damit, was auch China und Russland auf dem Goldmarkt tun: in großen Mengen kaufen, solange der Preis niedrig ist. Denn das er langfristig weiter steigen muss, liegt praktisch auf der Hand. Zum einen klettern die Produktionskosten für die Minenbetreiber, insbesondere in Südafrika, wo es in den nicht jünger werdenden Minen zunehmend schwerer wird, ans Erz zu gelangen, und zum andern nimmt der Goldgehalt im geförderten Erz obendrein auch noch ab. Während das verfügbare Angebot an physischem Gold immer mehr zurückgeht, steigt die Nachfrage allerorten. Seit Beginn dieses Jahrzehnts ist der weltweite Goldausstoß um “roughly 1m ounces a year“ gesunken, so Aaron Regent, CEO von Goldminen-Primus Barrick, auf der RBC-Goldkonferenz in London. “Total mine supply has dropped by 10pc as ore quality erodes, implying that the roaring bull market of the last eight years my have further to run.”[2]

    Regents Erachtens nach habe die Goldproduktion um das Jahr 2000 den “Peak” erreicht – von da an sei die Produktionskurve stetig gefallen. Ändern wird sich daran nichts, obgleich die Minengesellschaften große Mühen an den Tag legen, neue Produktionsstätten zu erschließen. William Tankard, Analyst bei der englischen Beratungsgruppe GFMS, sagt voraus: "Es gibt durchaus Spielraum für eine steigende Erzeugung in diesem und im nächsten Jahr. Doch das ist nur eine Unterbrechung im Abwärtstrend und keine Rückkehr zu Wachstum."[3] Ähnlich sieht Mark Bristow, CEO von Randgold Resources, die Dinge: „Ich wäre nicht überrascht, wenn die weltweite Goldproduktion in den nächsten fünf Jahren um zehn Prozent sinkt.“[4]

    Zum Preisanstieg trägt außerdem, neben der zusätzlichen Dollar-Schwäche und den viel zitierten Inflationsbefürchtungen, die große Beliebtheit bei, derer sich Exchange-traded funds (ETF’s) dieser Tage erfreuen dürfen, d. h. im Klartext: der Markt für Papiergold. Doch hoppala: angesichts der Entscheidung von Barricks, (dem mithin größten „Gold-Vorausverkäufer“ der Welt mit engsten Beziehungen zum Plunge Protection Team-Mitglied JP Morgan Chase5), sein Hedge-Book schließen zu wollen6, scheint interessant zu sein, wie Chris Powell, Secretary-Treasurer des Gold Anti-Trust Action Committee (GATA), diesen Schritt auf Nachfrage von MMNews kommentiert:

    ”Well, Barrick says it's TRYING to close its hedge book. The company hasn't gotten it done yet, but since Barrick has claimed to be the agent of the central banks in the gold market, as they act through its hedging program, it would seem that Barrick has reason to believe that the gold price suppression scheme is failing. Certainly gold is becoming scarcer, but I wouldn't say it's running out. A higher price will make more gold mining economic. Indeed, gold mining probably needs a price of at least $1,500 just to become sustainable and reverse the long decline in production, sustainability including replacement of reserves.”

    Der Co-Manager des RAB Capital Gold Funds, Marshall Auerback, erwidert die MMNews-Nachfrage so:

    My comment? Too bad they didn't do it 10, even 5 years ago, when it was obvious to all that hedging was an elaborate game of financial engineering which would not serve the interests of Barrick's shareholders well at all. The blow-up of Ashanti after the Washington Accord was a warning7, but Barrick is obviously a slow learner. Can you think of any other industry where the company hated the underlying product that they produced so much?”

    Und Egon von Greyerz, Gründer der Matterhorn Asset Management AG bzw. GoldSwitzerland (www.goldswitzerland.com) in Zürich, beantwortet die Nachfrage von MMNews folgendermaßen:

    "The paper gold fraud is about to be revealed. Whether it is Central Banks or ETF's, they don't have the physical gold they say they have and this will bring about a total distrust in paper gold. Very soon the gold market will be only physical, leading to a substantially higher gold price."

    Des Weiteren berichtet Egon von Greyerz von seinen Eindrücken, die er auf der gestrigen Goldkonferenz in Zürich gewann:

    I was at a gold conference in Zurich last night. James Turk of GoldMoney was one of the speakers. He and I are in total agreement. There will not be long before the  dollar and pound collapse and gold shoot up to much higher levels. Hyperinflation will follow in US and UK. Well, you know my views already.8 But we are getting nearer. As you know, I have said for some time that all of this would start in November. What is interesting is that right now they are intervening at the €1.50 level and gold is still going up. Once the € breaks 1.50 all hell will break loose.”

    Gegenüber dem Euro – und auch jeder anderen Währung wie dem Yen - dürfte Gold in der Tat nachziehen bzw. seinen langfristigen Trend weiterverfolgen. In jedem Fall sieht das der angesprochene Vorsitzende von GoldMoney, James Turk, so: „Wir leben in einer Welt flottierender Währungen, die gegeneinander auf und abdümpeln; aber sie alle fallen gegenüber Gold, was sich anhand der zweistelligen Wertsteigerung gegenüber jeder dieser Währungen in diesem Jahrzeht zeigt.“8

    Da fügen sich die kürzlich gemachten Aussagen von Marc Faber, dem Herausgeber des Gloom, Boom & Doom-Reports, prächtig ins Gesamtbild: “We will not see less than the $ 1,000 level again. Central banks are all the same. They are printers. Gold is maybe cheaper today than in 2001, given the interest rates. You have to own physical gold.”9

    Resümee: The only way is up.

    Quellen:

     


    [1] vgl. Lars Schall: „Flucht ins Gold“, veröffentlicht am 27. Juni 2009 unter: www.mmnews.de

    [2] Ambrose Evans-Pritchard: “Barrick shuts hedge book as world gold supply runs out“, The Daily Telegraph, 11. November 2009, unter: http://www.telegraph.co.uk

    [3] vgl. William Macnamara: „Peak beim Edelmetall. Goldangebot sinkt langfristig“, Financial Times Germany, veröffentlicht am 15. November 2009 unter: www.ftd.de

    [4] ebd.

    5 vgl. Dietmar Siebholz: „Barrick Gold – Das Rezept für ein Desaster“, Goldseiten.de, veröffentlicht am 20. Februar 2006 unter: www.goldseiten.de

    6 siehe Endnote 2.

    7 vgl. Donald Douglas / Chris Howell: “Where it all went wrong – case studies”, Cambridge Risk Ltd., February 2008, Case Study # 1: Ashanti, unter: www.ama.org.uk/downloads/masterclass/MasterclassSession3.ppt

    8 vgl. Lars Schall: “Gold vs. Paper-Money”, Exklusiv-Interview mit Egon von Greyerz, veröffentlicht am 4. Oktober 2009 unter: http://www.mmnews.de

    8 James Turk: „Langfristige Betrachterposition für Gold & Silber einnehmen“, Goldseiten.de, veröffentlicht am 6. November 2009, unter: www.goldseiten.de

    9 Zijing Wu: “Gold Price Won’t Drop Below $1,000 an Ounce Again, Faber Says“, Bloomberg, 11. November 2009, unter: http://www.bloomberg.com

     

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