Burj Dubai: Das höchste Haus der Welt
Die größten Baufirmen in Dubai können ihre Schulden nicht zurückzahlen. Die Nachricht platzte wie eine Bombe in die Finanzmärkte rund um den Globus. Doch es ist nicht so sehr die Angst darum, was mit Dubai passiert. Es ist vielmehr die Angst davor , dass "Dubai" nur der Anfang ist.
Parallelen sind überall sichtbar. Die Glitzer-Stadt crasht schon seit einem Jahr. Doch die Krise wurde übertüncht - bis nichts mehr ging.
Noch vor zwei Wochen versicherte die Herrscherfamilie, dass alle ausstehenden Verpflichtungen fristgemäß bezahlt werden. Eine Lüge, wie sich jetzt herausstellt.
Dubai schockt mit seinem Offenbarungseid die Welt. Das Scheichtum steht mit dem Rücken an der Wand. Nun droht der Untergang für die gesamte Golfregion.
Vordergründig geht es um Schulden der größten Baufirmen vor Ort. Doch jeder weiss, dass diese Firmen praktisch dem Staat bzw. dem Herrscher von Dubai gehören. Sind die Firmen also pleite, ist Dubai auch pleite. Und kippt Dubai, kippt die gesamte Region. Ob Abu Dhabi als Retter in der Not auftritt, bleibt abzuwarten.
Würde Abu Dhabi wirklich helfen wollen, dann hätte dies schon längst geschehen können. Dann hätte es nicht zum Pleite-Eingeständis Dubais kommen müssen.
Jetzt aber ist viel Porzellan zerschlagen worden. Die Welt schaut auf den Golf und traut dem Aufschwungmärchen nicht. Ob Dubai seinen Verpflichtungen im Juni 2010 nachkommen kann, ist mehr als zweifelhaft.
Schätzungen zufolge belaufen sich die Schulden von Dubai auf 80 Milliarden Dollar. Die Banken vor Ort gleichen einem Schulden-Pulverfass, so ein Insider. Hinzu kommt, dass ähnliche Probleme aus der gesamten Golfregion kolportiert werden. Die meisten Scheichs haben sich schlicht und einfach verzockt. Das Geld dafür haben sie sich von den Banken geliehen.
Die Bankenaufsicht in Region ist praktisch nicht existent. Milliarden wurden auf Anweisung des jeweiligen Herrschers ausgeliehen. Die meisten Bauprojekte erhielten noch letztes Jahr eine 100%-Finanzierung. Seitdem ist der Immobilien-Markt jedoch um 50% gecrasht. Der Tag der Abrechnung dürfte nicht mehr fern sein.
Doch die Krise am Golf wird nicht auf die Region begrenzt bleiben. Zu eng ist das Netz der international kommunizierenden Finanzröhren. Wenn Dubai kippt, dann könnte dies der Auslöser für eine weltweite Kettenreaktion sein. Denn vielen Staaten rund um den Globus dürfte es ähnlich ergehen, überall sind die Staatsschulden explodiert. Und überall stellt sich die bange Frage, wie lange das Spiel noch weiter geht.
Wenn schon das "reiche" Dubai pleite ist, wie sieht es dann mit den anderen Wackelkandidaten aus - das ist die bange Frage, welche die Welt bewegt und die Börsen nach unten treibt. Pleite wegen Finanzrkise: Erst Island, jetzt Dubai. Wer kommt als Nächstes?
Fluch oder böses Omen? Noch in diesem Jahr soll das
höchste Haus der Welt fertig werden. Bizarr sticht das Bauwerk wie eine
Nadel 800 Meter in den Wüstenhimmel. Der Burj Dubai - der Turm von
Dubai - überragt alles bisher Dagewesene. Doch während oben noch
gebaut wird, versinkt unten die Baustelle in einem Meer von Problemen.
Mitte Dezember soll das höchste Gebäude der Welt, der Burj Dubai, offiziell fertiggestellt werden. Ein große Party ist geplant. Mitte Dezember war auch der Rückzahlungstermin für die Schulden der Baufirma Nakeel. Dieser Termin ist nun geplatzt. Bleibt abzuwarten, ob die Einweihungsparty trotzdem stattfindet.
Die
Geschichte hat oft gezeigt, dass die Fertiggestellung des höchsten
Bauwerks einer Epoche auch eine nachhaltige Krise einleitet. Der
„Hochhaus-Indikator“ macht keine Ausnahme: In den Vereinigten
Arabischen Emiraten geht es steil bergab. Und nicht nur dort, sondern auf der geamten Welt.
Dubais Wolkenkratzer sollten das Symbol für eine neue Zeit werden. Doch das Märchen aus 1001 war nur ein Traum. Die Zukunft dürfte bitter werden.
Dubais Wolkenkratzer - Symbole für eine "neue Zeit"
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