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    Geringere Minenproduktion = höherer Goldpreis?
    Von Jürgen Fröhlich   
    Monday, 8. February 2010
    Laut Bericht des World Gold Council wurden im dritten Quartal 2009 weltweit sechs Prozent mehr Gold zu Tage gefördert. Das Gold-Angebot aus der Minenproduktion wird in den kommenden Jahren jedoch voraussichtlich weiter zurückgehen, mit einem positiven Effekt für den Goldpreis.
     
    Im dritten Quartal 2009 produzierten die Bergbauunternehmen der Welt 670 Tonnen Gold. Gegenüber dem Vorquartal entspricht dies einer Steigerung des Minen-Outputs von sechs Prozent. Vor allem Indonesien, das Land verdoppelte innerhalb eines Jahres die geförderte Goldmenge, sowie China und Russland leisteten ihren Beitrag dazu. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht des World Gold Council (WGC) auf der Basis von Daten des Marktforschers GFMS hervor. Trotz der zuletzt leicht ansteigenden Fördermengen, ist in den kommenden Jahren jedoch eher mit einem Rückgang des Goldangebots aus dem Bergbausektor zu rechnen.

    „Der Ausblick für die Goldminenproduktion bleibt verhalten, mit alternden Minen in den traditionellen Abbauzentren, dem Mangel an neuen großen Goldentdeckungen in den letzten Jahren und durch die größeren Vorlaufzeiten, bevor neue Projekte in Betrieb gehen“, beschreibt der WGC die Lage.

    Betrachtet man die Entwicklung der Goldfördermengen innerhalb der letzten 40 Jahre, so drängt sich der Eindruck auf, dass möglicherweise bereits im Jahr 2001 mit einer Weltfördermenge von 2.600 Tonnen der so genannte „Peak Gold“ erreicht wurde.

    Dieser Begriff stellt auf die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen ab. In der Theorie wird die zeitliche Verteilung der Goldproduktionsmengen - von der erstmaligen Förderung bis zur Erschöpfung der Goldvorkommen - als Glockenkurve dargestellt. „Peak Gold“ (Dtsch: „Goldscheitelpunkt“) gilt als das Jahr der größten Goldfördermenge in diesem Zyklus. Von diesem Zeitpunkt an sinken die jährlich zu Tage geförderten Goldmengen Jahr für Jahr, solange, bis es aus ökonomischen Gesichtspunkten nicht mehr sinnvoll ist, weiter Gold abzubauen.



    Quelle: World Gold Council/GFMS


    Man schätzt, dass die gesamte, jemals ausgegrabene Goldmenge rund 160.000 Tonnen beträgt und in den kommenden Jahrzehnten möglicherweise weitere 100.000 Tonnen ans Tageslicht befördert werden.

    Der Goldpreis wirkt in Sachen Gold-Output als Regulator. Steigt der Preis pro Feinunze, so lohnt es sich für die Minenbetreiber, schwerer zugängliche Abbaustellen zu explorieren. Fällt der Goldpreis hingegen unter ein bestimmtes Niveau, dann können viele Unternehmen nicht mehr profitabel arbeiten. Es kommt zu Minenschließungen. Das Goldangebot geht somit zurück, was wiederum positive Effekte auf den Goldpreis hat.

    Die Kosten der Förderung steigen Jahr für Jahr. Während man Ende der 90er-Jahre zirka 150 US-Dollar kalkulierte, um eine Unze Gold zu produzieren, waren es 2008 bereits durchschnittlich 400 US-Dollar. Und obwohl sich die Gesamtinvestitionen in Gold-Suche und -Förderung seit 2002 verdreifacht haben, führte dies nicht mehr zu einer Steigerung der jährlichen Abbaumenge.

    Erkenntnis: Die Goldvorkommen neigen sich langsam aber sicher dem Ende zu. Die Förderkosten steigen. Daraus ergibt sich - ungeachtet aller weiteren Einflusse – langfristig ein positiver Effekt auf den Goldpreis.
     
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