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DAX 7000? | Drucken |
28.11.2011

Für das ausgesprochen bullishe Szenario, also das Erreichen des Targets bei 7.000 Punkten, bleibt eine vernachlässigbare Wahrscheinlichkeit von allenfalls 5 %. Die Hürden für eine signifikante Steigerung sind  recht hoch und zahlreich. - Kostolany: „An der Börse ist alles möglich, sogar das Gegenteil“.

 

von Torsten Ewert

seit nunmehr Anfang Oktober ("Wie weiter mit DAX, Gold und Banken?") konnten Sie an dieser Stelle verfolgen, wie der DAX nacheinander mehrere Targets abarbeitet, die sich quasi zwangsläufig aus dem Kursverlauf sowie einigen wenigen „alten“ Linien im Chart ergaben. Mittlerweile hat der DAX Target Nr. 4 in kurzer Zeit erreicht, wie der folgende Chart zeigt.

 

Präziser Kursverlauf durch die Targets

DAX-Targets 

Bemerkenswert ist, dass der DAX seinen jüngsten Rücksetzer tatsächlich erst begann, nachdem er sich exakt von der Mitte des grünen Targets bei 6.000 Punkten abgestoßen hat. Und dieses Target ergab sich, wie gesehen, bereits Ende September als mögliches Ziel!

Mit dem Schwenk zurück zum roten Target hat der deutsche Leitindex sich jedoch für eine eher bearishe Variante entschieden. Eine Leserin fragte kürzlich, ob dennoch das Erreichen des oberen Targets bei 7.000 Punkten möglich ist.

An der Börse ist alles möglich

Natürlich ist an der Börse immer alles möglich (André Kostolany würde hinzufügen: „…sogar das Gegenteil“). Mit der Target-Trend-Methode steht uns jedoch ein Instrument zur Verfügung, um die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Szenarien abzuschätzen, und – das ist viel wichtiger! – die neuralgischen Punkte im Chart zu finden, an denen ein Wechsel dieser Szenarien erfolgt.

Aktuell ergibt sich – auch nach der klassischen Charttechnik – folgende Lage:

  1. Der DAX befindet sich seit Juli in einem übergeordneten Abwärtstrend (rote Linie). Deren Überwindung scheiterte in einem ersten Anlauf mit einem markanten Fehlsignal (roter Pfeil). Auch im weiteren Verlauf prallte der Kurs mehrfach an dieser Linie ab und fiel schließlich zurück.
  2. Dennoch weist der DAX seit September immer noch eine (sekundäre) leichte Aufwärtstendenz auf (grüne Linie). Mit dem Rücklauf zum roten Target erfolgte zwar ein Eintritt in das blaue Rechteck, aber noch stützen die grünen Aufwärtslinien den Kursverlauf, und das ist momentan entscheidend.
  3. Jeder längerfristige Trend wird in der Regel irgendwann gebrochen, und dann entpuppt sich ein zuvor untergeordneter Trend als der neue bestimmende Trendverlauf. Die Entscheidung, ob dies aktuell auch dem grünen Aufwärtstrend gelingt, ist noch nicht gefallen.

Wann das 7.000er Target aktiviert ist

Und damit haben wir eine relativ klar definierte Abfolge von „Eskalationsstufen“, die abgearbeitet werden müssen, bevor das 7.000er Target aktiviert ist, wie wir in der Target-Trend-Methode sagen.

  1. Die allererste und grundlegendste Voraussetzung ist jetzt eine Umkehr an der grünen Trendlinie (grüner Pfeil), die sich bisher nur andeutete und voraussichtlich heute vollzogen ist, wenn das blaue Rechteck wieder nachhaltig nach oben verlassen wurde.
  2. Danach ist die Überwindung der roten Abwärtslinie erforderlich, ebenfalls ein wichtiger Schritt, auf den ich gleich noch einmal zurückkomme.
  3. Dann ist der Sprung über die 6.000er Marke erforderlich und schließlich
  4. muss sich ein neues Zwischenhoch bilden bzw. das obere blaue Rechteck erobert werden.

Aktiviert wäre das Target allerdings schon, wenn der steilere schwarze Trend wiedererobert wird, auf dem sich das Target befindet (s. kleine blaue Kreise).

Neben der umgehenden Umkehr nach oben ist natürlich die Überwindung der roten Abwärtslinie eine absolute Grundvoraussetzung für dieses bullishe Szenario. Das wäre übrigens auch in der klassischen Charttechnik ein überaus bullishes Signal!

Eine wichtige Hürde muss vorher überwunden werden

Die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen des 7.000er Targets steigt also dramatisch, wenn diese rote Abwärtslinie  rechtzeitig gebrochen wird. Wichtig wird daher das Kursverhalten an dieser Linie (vorausgesetzt, die Umkehr nach oben gelingt und der Kurs erreicht sie demnächst).

Kommt es dort erneut zu Verzögerungen, dann wird (vor allem aus zeitlichen Gründen) das Erreichen des oberen Targets nahezu unmöglich. Dann besteht aber auch die Gefahr, dass sich ein bearishes Szenario manifestiert.

Neben dem Ausbruch nach oben (samt Erreichen des grünen Targets) gibt es derzeit natürlich zwei andere wichtige Ablaufszenarien:

Die beiden wahrscheinlicheren Alternativszenarien

Erstens ist – vor allem bei einer eher schwächlichen Umkehr an der grünen Trendlinie – eine Seitwärtsbewegung oberhalb von 5.500 bzw. 5.400 Punkten möglich. Dabei könnte es durchaus auch zu einem seitlichen „Herauslaufen“ aus dem roten Abwärtstrend kommen, was dann allerdings keineswegs bullishe Züge tragen muss. Ein Rückschlag wäre weiterhin jederzeit möglich.

Diese Seitwärtsbewegung hat aktuell die höchste Wahrscheinlichkeit von ca. 45 %.

Zweitens ist selbstverständlich auch ein sofortiger Rücksetzer und damit ein nochmaliges Erreichen der Jahrestiefs bei 5.000 Punkten möglich. Hierzu müsste es kurzfristig doch noch zu einem Bruch der grünen Trendlinie nach unten kommen. Ein erstes Warnsignal dafür wäre, wenn der Kurs in den nächsten Tagen im Bereich der Rechteckgrenze um 5.500 Punkte schwankt, ohne eine erkennbare Dynamik nach oben zu entwickeln.

Ein Rückfall muss nicht bearish sein!

Ein Rückfall in Richtung 5.000 Punkte könnte zu einer stabileren Bodenbildung führen – was letztlich durchaus bullishe Züge trägt. Er könnte jedoch auch den Auftakt für weiter fallende Kurse bedeuten. Das lässt sich jedoch derzeit noch nicht beurteilen.

Dieses Rückfallszenario hat aktuell eine leicht geringere Wahrscheinlichkeit von knapp 40 %. Das kann sich aber, wie gesagt, schnell ändern, wenn die grüne Linie nach unten gebrochen wird!

Für das ausgesprochen bullishe Szenario, also das Erreichen des Targets bei 7.000 Punkten, bleibt demnach eine derzeit vernachlässigbare Wahrscheinlichkeit von allenfalls 5 %. Und wie Sie oben gesehen haben, sind die Hürden für deren signifikante Erhöhung doch recht hoch und zahlreich.

Allerdings sollten wir uns an dieser Stelle wieder an den bereits oben zitierten Spruch von André Kostolany erinnern: „An der Börse ist alles möglich, sogar das Gegenteil“…

www.stockstreet.de


Ich habe den DAX-CRASH in 2011 vorhergesagt...kommt jetzt ein neuer CRASH?! Ads

 

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