CDU/CSU-Fraktionschef Kauder besorgt über EZB-Geldschwemme. „Ich hoffe, die EZB erkennt ihre Grenzen und sammelt das Geld später auch wieder zügig ein. Wenn der ESM arbeitsfähig ist, werden viele EZB-Maßnahmen nicht mehr nötig sein“.
Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet Unionsfraktionschef Volker Kauder Sorge. Mit „gemischten Gefühlen“ verfolge er die Ausgabe von über einer Billion Euro an Banken, sagt Kauder in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.
Sobald der dauerhafte Euro-Rettungsfonds ESM im Laufe des Jahres in Kraft getreten sei, sollte die Europäische Zentralbank EZB ihre Liquiditätshilfen und zinsgünstigen Kredite an die Banken reduzieren, um das Inflationsrisiko wieder zu verringern. „Ich hoffe, die EZB erkennt ihre Grenzen und sammelt das Geld später auch wieder zügig ein. Wenn der ESM arbeitsfähig ist, werden viele EZB-Maßnahmen nicht mehr nötig sein“, sagte Kauder der WirtschaftsWoche. „Dann kann und muss sich die EZB wieder auf ihre Aufgabe als geldpolitischer Stabilitätsanker konzentrieren.“
Die Gefahr, dass die Eurozone in eine Inflati! on rutscht, sieht Kauder indes nicht. „Wenn sich die Euro- und Bankenkrise entspannt, dürfte die EZB die Geldmenge wieder kontrolliert zurücknehmen. Infla¬tionstreiber sind für mich eher Energie und Rohstoffe.“