Protest-Sturm gegen Bundesbank-Schließungen

Banken, Einzelhandel und Gewerkschaft protestieren gegen Bundesbank-Schließungen. Bundesbank will bis Ende 2012 von ihren 47 bestehenden Filialen 13zu schließen. Würden die Pläne umgesetzt, gäbe es künftig inSchleswig-Holstein, Bremen und Brandenburg gar keine Filiale derBundesbank mehr.

Die Geschäftsbanken, Einzelhändler unddie Bundesbankgewerkschaft wehren sich gegen die Pläne der Bundesbank,ein Drittel der verbliebenen Filialen zu schließen. Vertreter vonEinzelhandel und Geschäftsbanken haben gegenüber der in Berlinerscheinenden Tageszeitung DIE WELT (Freitagausgabe) angekündigt, beiBundesbank und Europäischer Zentralbank gegen die Schließungen zuprotestieren. Die Bundesbankgewerkschaft plant Proteste gegen diePläne, die weitreichender sind, als zunächst bekannt wurde.

Wie die WELT gestern berichtet hatte,plant die Bundesbank bis Ende 2012 von ihren 47 bestehenden Filialen 13zu schließen. Würden die Pläne umgesetzt, gäbe es künftig inSchleswig-Holstein, Bremen und Brandenburg gar keine Filiale derBundesbank mehr. Die Bundesbank-Pläne sind zudem weitreichender alsbisher bekannt: Die Zentralbank prüft nach eigenen Angaben auch, in denBallungsräumen Rhein/Ruhr und Stuttgart/Ulm zwei große Bargeldzentrenaufzubauen. Diese Pläne betreffen den Einzugsbereich von weiteren neunFilialen.

Die Geschäftsbanken protestierenderweil gegen die Verkleinerung des Filialnetzes. „Wir sind nicht sehrglücklich damit“, sagte Steffen Steudel, Sprecher des ZentralenKreditausschusses (ZKA), der unter anderem die privaten Banken, dieSparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken vertritt. Je wenigerFilialen es gebe, desto länger seien die Anfahrtswege derDienstleister. „Die Kosten werden sich dadurch für uns Banken erhöhen,ohne dass wir die Kosten an die Kunden weitergeben können“, sagteSteudel gegenüber der WELT. Zudem steige das Sicherheitsrisiko. „Wirwerden Gespräche mit der Bundesbank führen, wie wir diese Problemelösen können“, kündigte Steudel an.

Die Einzelhändler teilen diese Sorgen,zudem wollen sie die Bargeldbearbeitung nicht in die Hände vonPrivatunternehmen geben. Private Dienstleister sollen in diesemGeschäft künftig einen Marktanteil von 50 Prozent erreichen. Im Momentliegt der Marktanteil der Bundesbank nach Angaben derBundesbankgewerkschaft bei 75 Prozent. „Die Dienstleistung, die derStaat durchführt, wird eingestellt und dem Privatmarkt übergeben, dasist in unseren Augen ein Risiko“, sagte Ulrich Binnebößel, Sprecher desHauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) gegenüber der WELT. „Das ist eine Staatsaufgabe, die Sicherheit der privaten Anbietergenügt uns nicht. Wir werden in dieser Sache bei der Bundesbank und derEuropäischen Zentralbank vorsprechen.“

Die VdB Bundesbankgewerkschaft plantderweil Proteste gegen die Schließungen. „Wir sprechen uns gegen dieSchließungen aus und überlegen, wie wir Proteste organisieren können“,sagte Harald Bauer, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, gegenüberder WELT. Die Pläne hätten für Unruhe in der Bank gesorgt.  Betroffensind 800 Mitarbeiter, aber es soll keine betriebsbedingten Kündigungengeben.

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