Pimco-Chef sieht große Wachstumsrisiken. Die USA seien in einer Lage mit hoher Arbeitslosigkeit gefangen und könnten ihre schuldenfianzierte Wachstumsstimulierung nicht mehr fortsetzen. US-Notenbank Fed sei eindeutig "im Experimentiermodus".
Mohamed El-Erian, Chef der zur Allianz zählenden US-Investmentgesellschaft Pimco, sieht große Risiken für das weltweite Wachstum. In einem Gastkommentar für das Handelsblatt (Dienstagsausgabe) fordert er eine veränderte, wachstumsfreundlichere Einstellung der wichtigsten internationalen Mitspieler. Das in dieser Woche stattfindende World Economic Forum sei eine gute Gelegenheit, die Diskussion darüber voranzutreiben.
Gegenwärtig hänge das Wachstum noch zu sehr von staatlichen Stimulus-Programmen ab, kritisiert El-Erian. Die USA seien in einer Lage mit hoher Arbeitslosigkeit gefangen und könnten ihre schuldenfianzierte Wachstumsstimulierung nicht mehr fortsetzen. Auch die US-Notenbank Fed, die eindeutig "im Experimentiermodus" sei, flößt dem Pimco-Chef, dessen Unternehmen Vermögen im Wert von rund 1,3 Billionen Dollar managt, wenig Vertrauen ein. Zum "besorgniserregenden internationalen Cocktail" zählt er auch die Situation der Eurozone: Es bestünden Zweifel an ihrem instituionellen Zusammenhalt und sie müsse ihre Verschuldung zurückfahren.
Doch auch die stark expandierenden Schwellenländer kritisiert El-Erian: Sie müssten endlich ihre größer gewordene internationale Verantwortung wahrnehmen. Noch immer hänge ihr Wachstum zu sehr vom Export und zu wenig von der internen Entwicklung ab. Um die Aussichten für die Weltwirtschaft zu verbessern seien ernsthafte Strukturreformen im nationalen, regionalen und multilateralen Rahmen notwenidg, fordert der Pimco-Chef - und darüber zu debattieren sei eine sinnvolle Aufgabe für Davos.