In der Summe unterstreicht der heute vorgelegte ifo-Index, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer Schwächephase befindet. Das hohe Maß an Unsicherheit dürfte um die Jahresmitte einer stärkeren Konjunkturerholung im Wege stehen.
von Postbank Research
Die Stimmungseintrübung in der deutschen Industrie fand auch im Juli ihre Fortsetzung. Nachdem gestern bereits die deutschen Einkaufsmanagerindizes Rückgänge aufwiesen, folgte ihnen heute der ifo-Geschäftsklimaindex auf dem Fuße. Er gab um 2 auf 103,3 Punkte nach, womit das Minus größer ausfiel als von uns und dem Markt erwartet worden war. Die etwa 7000 befragten Unternehmen beurteilten sowohl die Lage als auch die Erwartungen schlechter als noch im Vormonat. Die vor allem aus der Verschuldungskrise resultierende Unsicherheit macht sich demnach negativ bei der Unternehmensstimmung in Deutschland bemerkbar.
Dies gilt zudem für drei der vier separat ausgewiesenen Branchen. Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Prozentsaldo zum dritten Mal in Folge und rangierte mit -1,9 Punkten außerdem in negativem Terrain. Auch im Bausektor sowie im Großhandel trübte sich die Stimmung ein. Lediglich im Einzelhandel hellte sich die Stimmung auf. Es war bereits der zweite Anstieg in Folge und ist ein Hinweis darauf, dass der private Verbrauch in Deutschland derzeit eine Konjunkturstütze bildet.
In der Summe unterstreicht der heute vorgelegte ifo-Index, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer Schwächephase befindet. Das hohe Maß an Unsicherheit dürfte um die Jahresmitte einer stärkeren Konjunkturerholung im Wege stehen. Wir erwarten daher vergleichsweise niedrige Wachstumsraten und rechnen erst gegen Ende des Jahres mit einer stärkeren Belebung.



