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Banken-, Euro-, Autokrise - who´s next?
01.08.2017
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Automobilkonzerne unter Druck. Großer Vertrauensverlust bei Kunden und Anlegern. DAX deutlich schwächer. 8 Börsen aus Osteuropa können weiterhin outperformen. Öl und Gold  erholt. Neues US-Sanktionsgesetz gegen Russland ist für Europa ein Desaster.

 

von Andreas Männicke

Die deutsche Automobilbranche schlittert von einer Krise in die nächste. Erst war es nur VW mit der Manipulation der Software für das Abgas bei Diesel-Autos; jetzt betrifft es gleich mehrere Automobil-Konzerne. Hinzukommen die angeblichen kartellmäßigen Absprachen, die nun die Kartellbehörde auf den Plan ruft. Dabei stehen alle Automobilkonzerne vor großen Herausforderungen beim Bau von Elektroautos.  Wer hier nicht rechtzeitig umschaltet, verliert die Zukunft. Damit gerät ein wichtiger Wirtschaftszweig für Deutschland in Gefahr, ins Abseits zu geraten, womit in Zukunft viele Arbeitsplätze verbunden sind.

 

Nach den Skandalen der Deutschen Bank AG gerät also nun einer weitere wichtige  Branche in Misskredit, die aber die Stütze der deutschen Wirtschaft ist. Der Ruf nach mehr Ethik und Moral ist nun auch – hoffentlich - bei den Vorstandsetagen angekommen. Hanseatische Tugendenden wie Vertrauen, Ehrlichkeit, Redlichkeit, Glaubwürdigkeit, Fairness und Transparenz sind jetzt gefragt, um der Krise Herr zu werden. Der DAX reagierte vergangene Woche mit starken Kursverlusten auf die Vertrauenskrise im Automobilsektor, während die Wall Street neue Allzeit-Hoch erreichte.

 

Banken-Krise + Euro-Krise + Automobil-Krise = Mangel an hanseatischen Tugenden

Erst die Banken-Krise, dann Euro-Krise, jetzt die Automobil-Krise. Dabei steht das wichtigste Wirtschaftsgut auf dem Spiel und das heißt Vertrauen. Die deutsche Wirtschaft boomt zwar noch – der der IFO-Geschäftsklima-Index erreichte jüngst ein neues Allzeit-Hoch -;  aber wie nachhaltig dies ist, ist die große Frage. Es bedarf gerade jetzt erhöhter Anstrengungen, um das Vertrauen wiederzugewinnen. Ich fordere schon lange mehr Ethik und Moral bei Managern und Politikern, was in Form von Ethik-Kommissionen  auf Vorstandsebene – aber auch beim Aufsichtsrat -  angesiedelt werden sollte. Gefragt sind jetzt hanseatische Tugenden wie Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Redlichkeit, Fairness und Transparenz.

 

Früher galt unter den Hanseaten ein Handschlag, der einen Vertrag ersetzt und es galt das gesprochene Wort. Jetzt leben wir in einer Zeit der übertriebenen Egoismen á la Trump, der Täuschung, des Betrugs und der Korruption. Das neue US-Sanktionsgesetz gegen Russland, das auch europäische Energie-Konzerne betrifft, ist ein beredtes  Beispiel für die Durchsetzung von egoistischen und einseitigen Wirtschaftsinteressen. In der Medienwelt gibt es Fake News oder allzu einseitige, tendenzöse Berichterstattungen. Auch hier mangelt es oft an hanseatischen Tugenden und Leitbildern. Aber auch Politiker drehen sich oft im Winde, nur um die Wählergunst zu erheischen nach dem Motto: „Was kümmert mich das Geschwätz von gestern?“.

 

So kommt Unmut und Verdruss bei der Bevölkerung auf, aber auch bei betroffenen Kunden und den Anlegern, die sich zu Recht getäuscht und betrogen fühlen. Hier muss jetzt etwas radikal - also von der Wurzel ausgehend - ändern. Die Revitalisierung der Leitbilder eines „ehrbaren Kaufmanns“ des Hanseatischen Wirtschaftverbundes, die eine lange jahrhundertlange Tradition bei der Hanse haben, ist jetzt aktueller und dringlicher denn je.

 

Ungerechtfertigte Bereicherung durch zu hohe Boni

Die Manager der Deutschen Bank AG haben zwar – mehr oder weniger  - freiwillig nach dem Desaster der Vorjahre auf 38 Mio. € an Boni verzichtet, aber es wurden immer noch viel zu viele und auch zu hohe  Boni ausgezahlt. Ähnliches Eingeständnis wäre jetzt auch von  Managern der  Automobil-Konzern erforderlich, die aufgrund  der hohen Gewinne immer noch zu den Spitzenverdienern unter allen Top-Manager gehören. Die Boni bei solchen Skandal-Unternehmen sind in die Rubik „ungerechtfertigte Bereicherung“ anzusiedeln.

 

DAX korrigiert, aber Wall Street weiter mit neuem Allzeit-Hoch

Insbesondere aufgrund der schwachen Performance der deutschen Automobilunternehmen kam auch der deutsche Aktienindex DAX unter Druck. Der DAX schloss am Freitag bei 12.180 Indexpunkten mit 0,29 Prozent im Minus und war im Hoch am 20. Juni noch bei fast 12.900 Indexpunkten, während der Dow Jones Industrial Index (DJI) sogar am Freitag ein neues Allzeit-Hoch mit 21.830 Indexpunkten erreichte. Auch Gold erholte sich um 0,8 Prozent auf 1268 US-Dollar/Unze, wobei der Goldpreis in 1 Jahr immer noch um 6,2  Prozent nachgab und in 5 Jahren sogar um 22 Prozent. Gold ist also nicht bei jeder Krise ein „sicherer Hafen“, hat aber jetzt Erholungspotential.

 

Gab es ein Auto-Kartell?

Durch die Vorwürfe von kartellmäßigen Absprachen könnten die Kurse zwar noch weiter fallen, dann bieten sich aber auch schon wieder günstige Einstiegschancen. Krisen sind auch oft Chancen für Anleger, wenn sie nicht dauerhafter Natur sind. Es gilt also zu hoffen, dass die Automobilindustrie aus den gemachten Fehlern lernt und dann auch alle Kraft aufwendet, um das Zukunftsprojekt Elektro-Mobilität  tatkräftig anzugehen, denn davon wird auch die Überlebensfähigkeit der deutschen Automobilindustrie und damit dem wichtigsten Wirtschaftszweig in Deutschland in Zukunft abhängen. Dabei geht es auch um den Kampf der leistungsfähigsten Batterie. Wer die besitzt, wird die Nase in Zukunft vorn haben, wobei es aber auch noch an der optimalen Infrastruktur für Elektro-Autos mangelt.

 

Börsen aus Osteuropa können weiterhin outperformen

Wesentlich besser schnitten seit Jahresbeginn einige Börsen aus Osteuropa ab. So kommen die zwei am besten performenden Börsen der Welt aus Osteuropa, nämlich aus Lettland und Kasachstan mit einem Plus von jeweils über 30 Prozent bei den Aktienindices, wenn man von Venezuela einmal absieht. Aber auch Börsenindices aus  der Türkei, Österreich, Bulgarien, Polen, Estland, Litauen, Rumänien und Slowenien können den DAX und auch den DJI klar outperformen.  In den letzten Wochen tendierten die Aktien aber auch nur noch seitwärts. Der CECE-Index  - ein Kunstprodukt der Wiener Börse mit Aktien aus Polen, Ungarn und Tschechien -  stabilisierte sich bei 1758 Indexpunkten, was immer noch ein Plus von 28,6 Prozent in einem Jahr ist.

 

Moskauer Börse weiter unter Druck

Russische Aktien bleiben wegen der „Kremlingate“ und dem neuen  US-Sanktionsgesetz gegen Russland hingegen unter Druck, obwohl sich der Brentölpreis wieder auf 52 US-Dollar/Barrel erholen konnte. Der russische RTS-Aktien-Index gab am Freitag (in US-Dollar) um weitere 1,6 Prozent auf 1011 Indexpunkte nach. Putin veranlasste jetzt die Ausweisung von 700 amerikanischen Diplomaten wegen dem neuen nun auch vom Kongress verabschiedeten US-Sanktionsgesetz, das Trump wohl demnächst unterschreiben wird, das aber auch die europäischen Energie-Konzerne schädigen könnte. Auch hier mangelt es offensichtlich beidseitig an hanseatischen Tugenden, denn der „kalte Krieg“ geht zwischen den USA und Russland in die nächste Runde.  Das neue Zauberwort heißt Kooperation statt Konfrontation, aber das müssen wohl auch noch einige Politiker in den USA lernen, die offensichtlich lieber  einen offenen Wirtschaftskrieg haben wollen und sich damit ganz „unhanseatisch“ verhalten.

 

Erst informieren, dann investieren.

Informieren Sie sich jetzt auch ausführlich über die Hintergründe und die Entwicklung  der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Auch in Kasachstan und der Ukraine gibt es neue Chancen. So konnten sich einige ukrainische  Agraraktien seit 2016 im Kurs schon mehr als verdoppeln. Gute Chancen gibt es aber auch in Zentralosteuropa wie in Polen (+25 Prozent).

Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter von Andreas Männicke mit aktuellen News über die Welt- und Ostbörsen  und einer Analyse der deutschen Automobilaktien   unter www.andreas-maennicke.de.

 


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