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14.08.2015

Der Druck im Kessel der Eurozone steigt. Die Gefahr nimmt zu, dass radikale Kräfte das Ruder in den PIGSF-Staaten übernehmen. Vor diesem Hintergrund wird hinter verschlossenen Türen ein Ausstiegsszenario Deutschlands (Dexit) diskutiert. Für Deutschland wäre das eine Katastrophe - die überlebbar wäre.

 

Hinter verschlossenen Türen wird ein Ausstiegsszenario Deutschlands aus dem Euro diskutiert. Dies erfuhr MMNews aus vertraulichen Quellen. Einzig Frankreich scheint sich diesem Schritt noch entgegen zu stellen.

Hintergrund: Die PIGSF Staaten können unter dem Diktat Deutschlands kaum noch atmen. Der Euro ist so etwas wie ein Goldstandard für die Südschiene.

Die Sparprogramme begünstigen extremistische Parteien. Der nächste Umkipp-Kandidat ist Spanien mit Podemos. Wenn am Euro in der aktuellen Zusammensetzung mit Deutschland weiter fest gehalten wird, bedeutet dies zwangsläufig, dass die Südstaaten in die Hände politischer Extremisten fallen, so ein Insider.

Die "Resteurozone" braucht dringend eine Abwertung im Bereich von 30%, so ist man sich einig. Dies gilt auch für Frankreich.

Wenn der Euro aber nach deutschen Austeritätsprinzipien weiter durchgezogen wird, dann drohen allen anderen Staaten extreme politische Verwerfungen und der ökonomische Untergang. PIGSF kann in einer Währungsunion mit Deutschland nicht bestehen. Deshalb heißt die neueste Devise: Deutschland raus aus dem Euro.

Das bedeutet für Deutschland 3 Jahre extreme Rezession und ein Anstieg der Arbeitslosenrate auf 10-15% - so interne Berechnungen. Für den Rest der Eurozone aber würde der Schritt zu einen enormen Aufschwung führen, der auch Deutschland zugute käme.

Das Verlustrisiko für Berlin liegt derzeit den Berechnungen zufolge bei etwa 1 - 1,5 Billionen Euro. Auch deutsche Banken würden in erhebliche Schwierigkeiten kommen. Wahrscheinlich müssten die meisten Institute - auch Deutsche Bank und Commerzbank - vom Staat rekapitalisiert werden, heißt es in internen Betrachtungen. Denn die Abwertung der Euro-Schulden in den Büchern könnten die meisten Häuser nicht verkraften.

Andererseits würden die Schulden Deutschlands, die ja dann noch in Euro nominieren würden, um 30% abgewertet. (Man geht davon aus, dass ein Euro ohne Deutschland 30% an Wert verlieren würde).


Gleichzeitig würden aber die Vermögenswerte aller Deutschen um diesen Prozentsatz steigen. Unterm Strich wären die Verluste für Deutschland trotz Target2 etc. dann gar nicht so groß. Außerdem würde es für das Land kein Problem sein, zwischenzeitliche Durststrecken mit höherer Schuldenaufnahme zu überbrücken.

Ein Austritt Deutschlands hätte also am Ende nur Vorteile für alle, so wird intern diskutiert. Derzeit weigert sich allerdings noch Frankreich hartnäckig, diesem Szenario zuzustimmen. Paris möchte nicht zu den "Schwachen" gehören. Doch gerade für Frankreich wäre ein Währungsabwertung von großem Vorteil.

 

Auch Ex-IWF-Chef fordert Dexit

In einem Gastbeitrag bei Bloomberg forderte Ex-IWF-Spitzenfunktionär Ashoka Mody bereits Ende Juli in Bezug auf die Griechenlandkrise: "Germany, Not Greece, Should Exit the Euro" (Deutschland, nicht Griechenland, sollte den Euro verlassen). Länder mit derart unterschiedlichen Wirtschaftsleistungen hätten niemals eine gemeinsame Währung einführen dürfen. Die Griechenlandrettung bringe gar nichts, am Ende sei noch mehr Geld verloren.

Durch die Disskussion über einen "Grexit" sei ein Euro-Austritt enttabuisiert worden. Doch ein Euro-Ausscheiden sei nicht für Athen sinnvoll, sondern für Deutschland.

"Warum also nicht Deutschland", fragt Mody. Verließe Griechenland den Euro, würden wahrscheinlich Portugal und Italien folgen. Deren Ersatzwährungen, prophezeit Mody, würden sich rapide entwerten, und diesen letztlich die Möglichkeit nehmen, ihre in Euro notierten Schulden zu bezahlen. Die ehemaligen Euro-Staaten würden reihenweise Pleite gehen.

Bei Deutschland sei es anders, sagt Mody. Die Rückkehr zur D-Mark würde den Euro rapide fallen lassen und der Euro-Peripherie Luft zum Atmen geben. Griechenland, Portugal und Italien haben, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, seit der Euro-Einführung keinen Schritt nach vorne gemacht. Ein Euro ohne Deutschland würde ihre Wettbewerbsfähigkeit schlagartig erhöhen, zumal es dann denkbar wäre, dass auch andere Länder mit starker Wirtschaft, wie etwa die Niederlande oder Österreich, den Euro verlassen.

Für Deutschland würde sich mit einer neuen D-Mark kaum etwas ändern. Deutschland könnte mit seiner D-Mark schneller Schulden abtragen und mehr importieren - eine stärkere Nachfrage aus Deutschland sei ohnehin vom US-Schatzamt und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gewünscht, schreibt Mody. Auch die Europäische Kommission kritisierte den immensen Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz bereits.


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