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Autoindustrie: Furcht vor Indien | Drucken |
02.02.2012

Autoindustrie fürchtet Nachteile durch unfaires Freihandelsabkommen mit Indien. Der Branchenverband VDA sieht in den bisher angepeilten Konditionen eine ungerechtfertigte Begünstigung des Produktionsstandorts Indien.

 

Die deutsche Autoindustrie befürchtet Nachteile durch ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien, über das am 10. Februar in Neu Delhi verhandelt wird. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) in ihrer Freitagsausgabe. Der Branchenverband VDA sieht in den bisher angepeilten Konditionen eine ungerechtfertigte Begünstigung des Produktionsstandorts Indien.

„Die Einfuhrzölle sollten auf beiden Seiten vollständig und nicht nur teilweise abgebaut werden – wenn auch mit angemessenen Übergangsfristen“, sagte Matthias Wissmann, der Präsident des Verbands der deutschen Autoindustrie, der F.A.Z. Denn nur dies entspreche dem Geist eines Freihandelsabkommens. Indien verfüge über die entsprechende Wettbewerbsfähigkeit, glaubt Wissmann.

Geht es dagegen nach dem Willen Indiens, dann kann das Land seine Abschottung teilweise aufrechterhalten: Während auf Autos aus Europa, die nach Indien exportiert werden, ein Zoll von 60 Prozent erhoben wird, können Autohersteller in Indien hergestellte Fahrzeuge mit einem Preisaufschlag von nur 6,5 Prozent nach Europa liefern. Indien verlangt von der EU, den Zoll auf Autos herabzusetzen, und zwar auf null.

Umgekehrt bieten die Inder lediglich an, ihrerseits den Zoll zu halbieren – auf 30 Prozent. Kommt es trotz des Protests der deutschen und europäischen Autolobby zu der von Indien vorgeschlagenen Lösung, dann sind Autohersteller wie Hyundai, die in Indien produzieren und nach Europa exportieren, die großen Gewinner, berichtet die F.A.Z.

Schon heute verkauft Europas Autoindustrie nach den Zahlen des Branchenverbands Acea im Jahr nur 5000 Autos nach Indien, umgekehrt werden aber in Indien jährlich 250.000 Autos nach Europa verschifft, die in Aurangabad, Chennai oder Pune vom Band gelaufen sind. Das sind mehr, als aus Korea importiert werden. Der Überschuss, den Indien im Handel von Autos und Autoteilen mit Europa erzielt, beträgt laut VDA schon deutlich mehr als 100 Millionen Euro im Jahr.

www.faz.net


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