LV gehen voll in Immos

    Lebensversicherungen setzen auf Immobilien-Boom. Die Gesellschaften kaufen sich nicht nur in ganze Stadtteile ein, sie verleihen auch Kapital an Bauherren und decken sich mit Pfandbriefen ein, also Wertpapieren, die mit Hypotheken unterlegt sind.


    Hunderttausende Inhaber von Lebensversicherungs-Policen in Deutschland werden indirekt zu Immobilieneigentümern. Eine Umfrage  der „Welt am Sonntag“ unter den 30 führenden Versicherern hat ergeben, dass die großen Konzerne das Immobilien-Engagement in ihren Portfolios in den vergangenen zwölf Monaten teilweise deutlich erhöht haben. Die Gesellschaften kaufen sich nicht nur in ganze Stadtteile ein, sie verleihen auch Kapital an Bauherren und decken sich mit Pfandbriefen ein, also Wertpapieren, die mit Hypotheken unterlegt sind.

     

    Deutschlands größter Lebensversicherer, die Allianz, weist der „Welt am Sonntag“-Umfrage zufolge zwar noch eine bescheidene Immobilienquote von drei Prozent aus. Allerdings entspricht dies einem Anstieg um die Hälfte auf Sicht der vergangenen zwölf Monate. Bei der Ergo ist der Anteil von zwei auf fünf Prozent nach oben geschnellt. Bei der Nürnberger hat sich die Immobilien-Quote von 5,8 auf 6,7 Prozent erhöht, bei der Axa von zwei auf 3,2 Prozent. Die zur VHV Gruppe gehörende Hannoversche Leben steigerte den Anteil um 42 Prozent auf 227 Millionen Euro.

     

    Bei der Allianz liegen zudem 39 Prozent des investierten Kapitals in Pfandbriefen und anderen mit Sachwerten besicherten Darlehen, weitere acht Prozent sind in Baufinanzierungen investiert. Damit machen sich die Gesellschaften auf mehrfache Weise von der Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt abhängig. „Lebensversicherer geben mehr und mehr Baudarlehen aus“, sagt Fabrizio Croce, Stratege bei Kepler Capital Markets. Spitzenreiter bei Hypotheken ist die Axa: Dort machen sie (zusammen mit sonstigen besicherten Papieren) ein Fünftel des Portfolios aus. „Es gibt Anlagedruck in die Immobilie“, sagt Dietmar Fischer, Ökonom bei der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young.

     

    In Deutschland gibt es nach Angaben des Branchenverbandes GDV 94 Millionen Lebenspolicen, mehr als die Bundesrepublik Einwohner hat. So wie private Anleger, suchen auch Versicherungsunternehmen nach sicheren Investments. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase liegt der Garantiezins auf die Policen heute nur noch bei 1,75 Prozent.  Mit den Immobilieninvestitionen versuchen die Lebensversicherer, zusätzliche Rendite zu erwirtschaften, um Zinsversprechen aus Alt-Verträgen einlösen zu können.

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