Wahl 2013: freche Lügen, gutes Ergebnis

    Umso frecher die Lügen, desto eindrucksvoller das Ergebnis - Wahlnachlese 2013: Die Wahlschäfchen haben sich dieses Jahr wieder für dieselbe Farbe ihres Zaunes, der sie umgibt, entschieden.


    Von Heiko Schrang

    „Politische Dummheit kann man lernen, man braucht nur deutsche Schulen zu besuchen. Die Zukunft Deutschlands wird wahrscheinlich für den Rest des Jahrhunderts von Außenstehenden entschieden werden. Das einzige Volk, das dies nicht weiß, sind die Deutschen.“
    (Londoner Spectator, 16.11.1959)

    Die ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda kann dank ihres Sieges, ihre Politik, die sie die letzten Jahre betrieben hat, ungehindert weiter fortführen.

    Angela Merkel zeichnete sich von Anfang an schon dadurch aus, dass sie nach dem Motto lebte, nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht. Sie wusste sehr genau, dass der Beruf des Politikers zu denen gehört, bei dem man nicht, wie bei anderen Berufen eine Qualifikation nachweisen muss, sondern dass man in absoluter Ahnungslosigkeit rhetorisch gut geschult agieren kann. (Mehr Hintergrundinformationen in dem Bestseller: „Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen“. Zum Shop)

    Sie selbst sagte beim Festakt zur Deutschen Einheit 2006: „Herbst 1989. Die Mauer ist gefallen, ich habe Lust bekommen, Politik zu machen. – Raus aus dem alten Beruf an der Akademie der Wissenschaften, rein ins Ungewisse, ins völlig Neue.“

    Man könnte annehmen, dass besonders die Wähler in Ostdeutschland sich durch Angela Merkel vertreten fühlen. In der Regierungszeit Merkel, wie der Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn feststellte, hat sich der Osten Deutschlands zur Armuts- und Problemzone entwickelt und unterliegt hohen und höchsten Zukunftsrisiken. Unter der Politik leiden besonders die Rentner Ostdeutschlands. Obwohl die Ostrenten um ein Vielfaches geringer sind als vergleichbare West-Renten, erklärt Merkel in der Leipziger Volkszeitung vom 10.10.2008: „Klar ist, es muss zu einer Ost-West-Systemangleichung bei der Rente kommen und in Fragen des Rentenrechts hat sich bis jetzt gezeigt, dass eine große Koalition sie wirksam lösen kann. Ein Jahr später sagte sie: „In dieser Legislaturperiode ist nicht mehr damit zu rechnen. Alle Parteien sehen das aber als eine Dringlichkeitsaufgabe für die nächste Wahlperiode an.“ Die Dringlichkeitsaufgabe ist bis heute nicht erledigt. Offensichtlich ziehen die Kanzlerin und ihre Getreuen den Weg der „biologischen Lösung“ für die meisten Ostrentner vor.

    Aber die Kanzlerin kann sich auch kämpferisch zeigen und für Dinge einsetzen, wenn es darum geht, mit der NATO und den USA die westliche Freiheit am Hindukusch zu verteidigen. So kann sie Seite an Seite mit den Verbündeten immer neue Energie- und Rohstoffquellen erschließen. Das wusste auch der ehemalige Bundespräsident Köhler - und musste gehen. Nebenbei wurde Deutschland in ihrer Amtszeit zum „drittbesten“ Waffenexporteur.

    Schnelle Entscheidungskraft zeigt sie auch bei der Rettung der Banken, die mit immer höheren Summen aufgefangen werden müssen. Dazu meint der Hendryk M. Broder, dem Schuldencrash auszuweichen und unsere Schulden wieder loszuwerden, sei so real, wie die Chance, dass Deutschland den Ersten Weltkrieg noch nachträglich gewinnt. Ferner schreibt er in seinem Buch über die gigantischen Schulden, für die deutsche Steuerzahler in der EU bürgen: „ Falls nur ein Teil davon fällig wird, gehen an der Alster und in der Maximilianstraße die Lichter aus.“

    Außerdem scheint Merkel auch an massiven Realitätsverlust zu leiden. 2007 sprach sie davon, dass der Aufschwung eine großartige Erfolgsgeschichte sei und endlich auch bei den kleinen Leuten angekommen ist. Fakt ist, dass in der Zeit des Aufschwungs (2003 – 2008) die Vermögenseinkommen um 40 %, die Nettoprofite der DAX-Konzerne um 75 %, die Jahresbezüge der DAX-Vorstände um 170 % gestiegen sind. Bei den kleinen Leuten, von denen Merkel sprach, sanken im gleichen Zeitraum die Reallöhne um 4,5 % und die reale Rente um 11,1 %.

    Die Wahlschäfchen haben sich dieses Jahr wieder für dieselbe Farbe ihres Zaunes, der sie umgibt, entschieden. Alle vier Jahre dürfen sie die Farbe des Zauns eigentlich austauschen, sie dürfen wählen, damit den Schafen das Gefühl gegeben wird, sie hätten ja selbst entschieden. Der Zaun, der sie umgibt, bleibt immer derselbe. Gebaut wurde er von den Strippenziehern, die seit vielen Jahren bereits im Hintergrund die Fäden der Politpuppen ziehen.

    Zusammenfassend ist festzustellen, am Sonntag wurde der radikale Sozialabbau sowie weitere Steuerverschwendung zugunsten diverser Länder und Banken gewählt.

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