Milliardengrab BER erst 2018

    Berlins Hauptstadtflughafen BER entwickelt sich zu einem immer größeren Milliardengrab und könnte erst 2018 fertig werden. Die Arbeiten auf der peinlichsten Baustelle Deutschlands gehen nur schleppend voran. Es ist einer der krassesten Fälle von Steuerverschwendung, für die bisher niemand zur Rechenschaft gezogen wurde.


    Der neue Hauptstadtflughafen BER wird laut internen Planungsunterlagen frühestens Mitte 2017 eröffnen können, berichtet BILD am SONNTAG. Wegen weiterer Verzögerungen soll sogar erst ein Starttermin im Jahr 2018 möglich sein. Am 12. Dezember wird Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn seinen „Terminkorridor“ für die BER-Eröffnung verkünden.

    In Terminplänen für die einzelnen Bauabschnitte heißt es derzeit, dass alle Baumaßnahmen am "28. Oktober 2016“ abgeschlossen werden sollen. Nach einem sechsmonatigen Probebetrieb könnte damit der BER Mitte 2017 in Betrieb genommen werden.

    Wie BILD am SONNTAG weiter berichtet, ist aber auch dieser Termin nicht zu halten. Demnach muss für den Umbau der Entrauchungsanlage ein neuer Bauantrag, eine sogenannte Tektur beim Bauordnungsamt eingereicht werden. Doch die geplante Abgabe im März 2015 verzögert sich nach Angaben von Planern um ein halbes Jahr.

    Wegen der Vorgabe politischer Eröffnungstermine gerät jetzt der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Wowereit in die Kritik der Justiz. In dem Urteil zur Kündigungsschutzklage des ehemaligen Flughafen-Chefs Rainer Schwarz heißt es, dass der Starttermin am 17. März 2013 „auf das Drängen des Aufsichtsrats und offensichtlich zur Besänftigung der öffentlichen Meinung verkündet“ wurde, berichtet BILD am SONNTAG.

    Der Vorsitzende Richter Björn Retzlaff schreibt, dass in einer Sitzung, an der Wowereit teilgenommen habe, Firmenvertreter keine verbindliche Planung mehr zusichern wollten und der Aufsichtsrat damit rechnen musste, „dass sich der neue Termin als nicht belastbar erweisen würde“.

    Der Flughafen hat beim Landgericht Berlin beantragt, das Urteil nicht zu veröffentlichen.


    Für die Fertigstellung des BER wurden die Kosten für den Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg bislang mit 5,4 Milliarden Euro veranschlagt. Würden alle Punkte auf der Ausbauliste realisiert, könnte der Betrag also auf etwa 8,6 Milliarden Euro steigen.


    Mehrkosten für den geplanten Flughafen - die Zahlen im Überblick:

     

    • Der größte Posten sei laut "BamS" eine Erweiterung des Hauptterminals, um das erwartete Passagieraufkommen zu bewältigen. Allein die Kosten hierfür werden den Angaben zufolge mit 1,3 Milliarden Euro veranschlagt.
    • Besonders bemerkenswert: In den Papieren findet sich dem Blatt zufolge auch die genaue Planung der umstrittenen dritten Start- und Landebahn, die von den BER-Gesellschaftern Berlin und Brandenburg bislang strikt abgelehnt worden ist. Die Baukosten dafür werden auf eine Milliarde Euro beziffert.
    • Für die Sanierung und Erweiterung der bestehenden Flugbetriebsfläche - also Landebahnen, Vorfelder, Rollwege - werden 430 Millionen Euro veranschlagt.
    • Die bereits fertiggebaute Eingangshalle des Flughafens soll langfristig für 130 Millionen Euro umgebaut werden, schon kurzfristig müsse sie nach Informationen des Blatts angeblich für zwölf Millionen Euro "optimiert" werden.
    • Auch bei der Gepäckanlage besteht offenbar Bedarf für eine Überarbeitung und Erweiterung. Kostenpunkt: 120 Millionen Euro.
    • Vor einer Eröffnung des Flughafens soll außerdem zum Anwohnerschutz eine Lärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe gebaut werden - für 20 Millionen Euro.
    • Weitere zwei Millionen Euro stehen auf der Liste für einen VIP-Bereich der Air-Berlin-Passagiere.
    • Nicht alle Punkte auf Mehdorns Wunschliste sind technisch notwendig, um den Flugbetrieb am BER zu ermöglichen. Zwei weitere Posten werden laut "BamS" mit jeweils 500.000 Euro aufgeführt: ein 60 Meter hoher Fahnenmast, der Besuchern als Orientierungspunkt dienen soll, und eine Willy-Brandt-Statue - der frühere Bundeskanzler ist Namensgeber des Flughafens.
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