EZB: 1 Bio. Schrottankauf bringt keine Inflation

    EZB intern: 1000-Milliarden-Anleihekauf durch EZB bringt nur Mini-Inflationsschub. - Hat die Aktion aber möglicherweise Konsequenzen für den Goldpreis?

     

    In der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es aktuelle Berechnungen zu den möglichen Auswirkungen des größte Anleihekaufprogramms ihrer Geschichte, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z./Mittwochsausgabe) unter Berufung auf Notenbankkreise meldet. Der Kauf von Anleihen, überwiegend Staatsanleihen, im Volumen von 1000 Milliarden Euro hätten demnach eher kleine Effekte – gemessen am großen finanziellen Einsatz und den politischen Risiken. Nach F.A.Z.-Informationen ergaben verschiedene makroökonomische Simulationen, dass das Kaufprogramm nur 0,15 bis 0,6 Prozentpunkte zusätzliche Inflation bringen würde.
     
    Die obere der Schätzung von 0,6 Prozent Inflationsschub basiert auf der Annahme eines stärkeren Effekts auf das Zinsniveau. Diese Rechnung wird in Notenbankkreisen aber kritisch gesehen. „Das ist Wunschdenken“, sagte ein Notenbank-Insider. Der kritische Punkt sei die Annahme, dass sich das Zinsniveau um ein Prozentpunkt drücken ließe. Das sei kaum realistisch, denn deutsche und auch französische zehnjährige Papiere rentieren mit weniger als ein Prozent.
     
    Der wichtigere Wirkungskanal der sogenannten quantitativen Lockerung (QE) der Geldpolitik wäre wohl der Wechselkurs sein. Wenn europäische Anleihen fast keine Zinsen mehr abwerfen, werden Anlegen vermehrt in außereuropäische Anleihen und vor allem Dollar-Papiere ausweichen. Dadurch würde der Euro-Kurs gegenüber dem Dollar weiter sinken. Eine weitere Abwertung könnte die Exporte und die Konjunktur beleben und Importe verteuern. Dadurch würde die Inflationsrate angehoben. Im November ist die Teuerungsrate  auf 0,3 Prozent gesunken. Im Dezember könnte sie wegen des starken Ölpreisrückgangs sogar unter die Nulllinie fallen.

    Die Überlegungen der EZB zu einem massenhaften Ankauf von Staatsanleihen stoßen bei prominenten deutschen Ökonomen teils auf scharfe Kritik. „Staatsanleihekäufe der EZB in Höhe von 1000 Milliarden Euro würden wirken wie die Einführung von Eurobonds in gleicher Höhe, für die die Eurostaaten gemeinsam haften“, kritisierte Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), gegenüber der F.A.Z. Eventuelle Verluste durch Ausfälle würden nach dem Kapitalschlüssel der EZB unter den Euromitgliedstaaten aufgeteilt. „Das ist ohne Zustimmung der Parlamente nicht akzeptabel“, sagte der ZEW-Chef, der zu den kritischen Befürwortern der Euro-Rettungspolitik gehört. Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, warf der EZB vor, sie überschreite ihr Mandat. „Was die EZB vorhat, ist eine fiskalische Rettungspolitik unter dem Deckmantel der Geldpolitik, beschlossen von einem Gremium, dem es dafür an demokratischer Legitimation fehlt“, sagte er.

    Seit der Ankündigung der EZB ist der Goldpreis in die Höhe geschnellt und der Euro hatte ein 2-Jahres-Tief markiert. Die Behauptung, ob die Billion-Infusion kaum inflationär sei, wird von vielen Kritikern bezweifelt.

    Anzeige

    Wandere aus, solange es noch geht!


    Haftungsausschluss

    Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


    Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

     

    Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
    Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

    Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

    (1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

    (2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

    (3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

    (4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

    (5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

    (6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

    (7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

    (8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

    Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

    Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

     

    © 2017 MMnews.de

    Please publish modules in offcanvas position.