Türkischer Ex-Präsident attackiert EU

    Türkischer Ex-Präsident Gül kritisiert EU. Eine EU-Mitgliedschaft der Türkei wäre "eine großartige Botschaft und in der krisenhaften Situation unserer Zeit eine historische Leistung".

     

    Der frühere türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat massive Kritik an der Europäischen Union geäußert: "Man hört oft, dass Europa ein globaler Akteur sein will. Dann muss es sich auch wie ein globaler Akteur verhalten", sagte Gül der "Süddeutschen Zeitung".

    Im Nahen Osten würden Staaten zerfallen und sich selbst zerstören, würden sich "unendlich viele menschliche Dramen" vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspielen. Angesichts dieser "Schande der Menschheit" könne die EU nicht länger so tun, als ginge sie das nicht viel an. "Europa muss hier zeigen, dass es Verantwortung übernimmt, hilft, Flüchtlinge aufnimmt", mahnte das frühere Staatsoberhaupt.

    Europa müsse langfristig denken, müsse sich fragen, was es in 50 Jahren sein wolle, betonte der auch in der EU hoch angesehene Gül. "Nur wer jetzt agiert, wird dann stark sein." Wer jetzt nicht handele, werde früher oder später selbst von den Problemen betroffen werden, das zeigten die Flüchtlingsströme deutlich.

    Mit Kritik und Unverständnis reagierte Gül auch auf die Tatsache, dass die EU offenbar kein großes Interesse mehr habe, die Türkei aufzunehmen. "Ich bedauere besonders, dass die EU in der Türkei keinen strategischen Gewinn, keinen zentralen Partner sieht. Das halte ich für einen schweren Fehler", so Gül. "Eine EU mit einem islamischen Mitgliedsland - das würde großen Widerhall auf der ganzen Welt finden", betonte der Politiker, der nach dem Ende seiner Amtszeit wieder in die regierende AKP eingetreten ist.

    Eine Mitgliedschaft der Türkei wäre "eine großartige Botschaft und in der krisenhaften Situation unserer Zeit eine historische Leistung", meinte Gül. In diesem Zusammenhang erinnerte der 64-Jährige an die Stimmung, die noch zu Beginn der Beitrittsverhandlungen geherrscht habe. Damals habe es "eine große Begeisterung und Unterstützung in der arabisch-islamischen Welt" gegeben.

    Sorgen bereitet Gül der Konflikt des Westens mit Russland. Die Annexion der Krim durch Russland sei ein großes Problem; inzwischen gäbe es die schärfsten Spannungen seit dem Fall der Mauer. "Man muss von einem Zweiten Kalten Krieg sprechen", so Gül. Trotz des Konflikts warnte er davor, zu hart zu reagieren. "Man sollte Entschlossenheit zeigen, aber nicht provozieren, nicht dauernd neue Vorwürfe machen." Außerdem müsse man sich fragen, ob "Wirtschaftssanktionen das bringen, was man sich erhofft".

    Anzeige



    Wandere aus, solange es noch geht!

    Haftungsausschluss

    Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


    Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

     

    Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
    Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

    Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

    (1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

    (2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

    (3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

    (4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

    (5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

    (6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

    (7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

    (8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

    Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

    Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

     

    © 2017 MMnews.de

    Please publish modules in offcanvas position.