Moody's US-Rating-Witz: Höhere Schulden = Bestnote

    Rating pervers: Die USA behalten ihre Bonitäts-Bestnote nur, wenn sie die Schulden steigern. Moody's will den USA das AAA enziehen, falls die Schuldengrenze nicht erhöht wird. Das ist aberwitzig: Nur wenn die Schulden größer werden, bleibt die Bonitäts-Bestnote erhalten. Sinken sie dagegen, droht ein Downgrade. Wie lange funktioniert die Ratingmafia in dem Junkbondstaat noch?

     

    von Michael Mross

    Reutersmeldung: Die Rating-Agentur Moody's droht den USA wegen des zähen Streits über die Erhöhung der Schuldengrenze mit einem umgehenden Entzug der Bonitäts-Bestnote "AAA". Falls eine Einigung nicht rechtzeitig zustande komme, könnten die USA die Note bereits in den kommenden Wochen verlieren, warnte Moody's am Mittwoch. Die Agentur erklärte, es gebe eine wachsende Wahrscheinlichkeit, dass die Schuldengrenze nicht rechtzeitig erhöht werde und daraufhin US-Schuldtitel in Zahlungsverzug geraten könnten.

     

    Damit kontakariert die Rating-Agentur alle Sparbemühungen, welche tendenziell und theoretisch die Rückzahlungs-Illusion erhöhen. Es ist zwar faktisch bereits jetzt schon unmöglich, die Schulden zurückzuzahlen (das müsste eigentlich auch den Kredit-Nerds bei den Rating-Agenturen bekannt sein) - aber wenn sich Schulden erhöhen, ist es bekanntlich noch unmöglicher, die Kredit zu bedienen.

     

    Damit entlarven sich die Rating-Agenturen als Helfershelfer eines Ponzi-Schemas, von dem auch sie wissen müssen, dass es bald bricht. Moody's zeigt damit deutlich, dass Schulden nur mit neuen Schulden "zurückbezahlt" werden. Dass aber eine Schuldenerhöhung positiv für den Erhalt einer Bonitätsnote ist, kann somit allenfalls als Treppenwitz in der Rating-Geschichte gewertet werden, über die sich die Nachwelt kräftig amüsieren wird.

     

    Umso nachdenklicher muss stimmen, dass die Medien diesen widersprüchlichen Sachverhalt so unkommentiert verbreiten. Wäre es beispielsweise vorstellbar, dass Griechenland, Irland oder Portugal ihre Bonitätsnoten erhalten, nur weil sie ihre Schulden weiter erhöhen können?

     

    Die Situation in den USA ist völlig aussichtslos und allenfalls mit der von Griechenland vergleichbar. Einziger Unterschied: Griechenland ist Ramsch und USA AAA. Diesen Widerspruch kennen auch die Rating-Agenturen, wagen es nur nicht offen auszusprechen. Washington braucht täglich 5 Milliarden Dollar neue Schulden, um zu überleben. Dass dies nicht ewig so weitergeht, dürfte klar sein.

     

    MMnews Autor Artur P. Schmidt: Die Probleme im Euroraum sind ein gefundenes Fressen für unsere amerikanischen Freunde, lenken diese doch vor der kommenden Krise in den USA und der nach wie vor tickenden Derivate-Zeitbombe ab.

     

    Wenn man nur lange genug auf den anderen verbal einschlägt, so die falsche These der Amerikaner, kann man effektiv die eigenen Schwächen verbergen. Doch die Amerikaner haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht: die Märkte. Diese werden früher oder später den Junk Bond Status der amerikanischen Anleihen ebenso einpreisen wie es bereits bei den griechischen geschah.

     

    Das Problem bei Schulden ist, dass sich diese nicht in Luft auflösen, auch wenn man durch Noch-mehr-Schuldenmachen versucht die Situation zu verbessern.

     

    Ich erlaube mir deshalb, die amerikanischen Anleihen auf Junk Bond-Niveau herabzustufen, da sich scheinbar Rating-Agenturen wie Standard & Poors nicht zu diesem Entschluss durchringen können, weil sie fürchten müssen, zukünftig keine lukrativen Aufträge aus der amerikanischen Wirtschaft mehr zu erhalten.

     

    Die mafiaähnliche Struktur der Ratingagenturen, die nur noch als amerikanische Hofberichterstatter dienen, stinkt zum Himmel. Wenn Griechenland als pleite gilt, dann ist es die USA schon seit langem. Der amerikanische Trick, die Schulden auf die übernächste Generation verlagern zu wollen, wird nicht aufgehen.

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