Facebook bald bedeutungslos

Sind Sie auch bei Facebook? Sind Ihre Eltern und Großeltern oder gar Ihr Chef schon bei Facebook und wollen Sie als Kontakt bzw. als “Freund” hinzufügen? Hat Ihr Bäcker um die Ecke eine eigene Fan-Seite bei Facebook? Die Tagesschau ist seit langem ebenso vertreten wie Politiker aller Parteien sowie A-, B- und C-Promis. Einfach alle sind bei Facebook. Ein Leben ohne Facebook ist heute fast nicht mehr vorstellbar. Erst kürzlich hat Mark Zuckerberg verkündet, dass nun 1 Mrd. Menschen aktiv das größte soziale Netzwerk der Welt nutzen würden. Facebook wächst doch seit Jahren. Warum sollte das Unternehmen also in die Bedeutungslosigkeit abdriften?

 

Über Facebook kann man denken was man will … Sinn und Unsinn liegen hier, wie so oft, sehr nah zusammen. Mit dem Datenschutz läuft es wohl auch nicht so gut, habe ich gehört … Dennoch habe ich großen Respekt vor der Leistung von Mark Zuckerberg. Er hat aus dem Nichts eine große Community geschaffen. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hat das Richtige getan. Er ist damit zu Recht Milliardär geworden.

Ich selbst bin seit etwa 6 Monaten privat nicht mehr Facebook aktiv. Nur meine kleine Fan-Seite von Elliott-Waves.com ist noch erreichbar. Nach fast vier Jahren des Likens, Postens und Kommentierens von – ich bin ehrlich … unnützen und zum Großteil schwachsinnigen Kommentaren – habe ich keine Lust mehr darauf. Vielen Usern geht es vielleicht heute jetzt ähnlich und sie legen ihr Profil auch still oder wechseln gar einfach zu Google Plus.

 

Abwärtstrend dominiert die Aktie

Sie wissen, ich bin Technischer Analyst. Daher darf natürlich an dieser Stelle vorab der obligatorische Blick auf den Aktienkurs nicht fehlen: Nach dem Börsengang kennt die Aktie eigentlich nur eine Richtung: abwärts. Ein geglückter Börsengang war das nicht. Seit dem IPO im Mai hat sich der Kurs zeitweise mehr als halbiert. Seit dem Jahreshoch bei 45 USD waren es im Anfang September sogar kurzzeitig Minus 60 Prozent. Da hilft es auch wenig, dass das Unternehmen im dritten Quartal 2012 weniger Verlust als erwartet ausgewiesen hat und der Kurs darauf hin Ende Oktober zeitweise um 20 % nach oben knallte.

Aus dem mittelfristigen Abwärtstrend konnte sich die Aktie damit allerdings nicht lösen. Das wäre erst bei Kursen oberhalb der hammerharten Widerstandszone zwischen 24 und 25,50 USD der Fall. Solange das nicht passiert, wird es mit den Kursen tendenziell weiter abwärts Richtung einstelliger Notierungen gehen.

Nach Elliott Wave hat Facebook seit dem Jahrestief bis zum Oktober-Hoch mit 25,25 USD eine typische ABC-Korrektur (Bitte nicht mit den eingangs erwähnten A-, B- und C-Promis verwechseln! ;) im Abwärtstrend gezeigt. Die Wellen A und C waren typischer Weise fast gleich lang und wurden durch ein Dreieck in Gestalt der Welle B getrennt. Welle C riss außerdem noch eine riesige Kurslücke in den Chart, welche jetzt schon wieder zu über 61,8 % geschlossen wurde. Eine Trendwende sieht eindeutig anders aus. Besitzer von PUTs und Shorts werden demnach also weiterhin ihre Freude an der Aktie von Facebook haben.

 

121106-FB-d

 

Fallender Aktienkurs kündigt drohende Bedeutungslosigkeit an

Nicht ohne Grund stoßen in diesen Tagen Mitarbeiter und Manager von Facebook auch reihenweise ihre Aktienpakete ab, um Kasse zu machen und ihre Schäfchens ins Trockene zu bringen. Aktionäre und Insider nehmen also Entwicklungen vorweg, die sie selbst nicht vollständig erkennen oder nur unbewusst ahnen oder spüren. Sie wissen aber: Irgendetwas läuft schief.

Oft ist es nämlich so, dass zuerst der Aktienkurs eines Unternehmens einbricht und dann später irgendeine fundamentale oder betriebswirtschaftliche Bombe platzt. Als Faustregel gilt: Die Börse läuft der Real-Wirtschaft etwa 6 Monate voraus. Fallende Aktienkurse deuten auch auf einen Verlust von Stärke sowohl im wirtschaftlichen, kulturellen als auch sozialen Bereich hin. Und genau das geschieht nämlich aktuell mit Facebook. Es geschieht noch langsam und fast unbemerkt aber schon bald wird sich es beschleunigen und ab einem gewissen Punkt wird es sich nicht mehr aufhalten oder umkehren lassen. Egal was Facebook auch dem entgegen zu setzen vermag.

 

Facebook im Vergleich mit MySpace und StudiVZ

Bei Google gibt es mit “Google Trends” eine schöne Funktion, mit der sich solche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen bzw. Trends graphisch darstellen lassen. Mit Hilfe von Google Trends lassen sich Verläufe im Suchvolumen und die geografische Herkunft beliebiger Suchanfragen beginnend mit dem Jahre 2004 bis heute ermitteln und analysieren. Zu Facebook findet man folgende Grafik:

 

GIS-FB-18102012

 

 

 

Facebook wurde Anfang 2004 gegründet. Aber es dauerte gut vier Jahre bis zum Jahr 2008, ehe sich bei den Suchanfragen etwas Signifikantes getan hat und sich die erste breite Masse dafür interessierte. Damals war Facebook eben noch etwas Besonderes und nur für Nerds interessant (Welle 1 und 2). Es dauerte schließlich noch einmal drei bis vier Jahre, bis Facebook auch im sog. Mainstream angekommen ist und sich breite Teile der Bevölkerung dafür begeistern konnten. Der Aufwärtstrend beschleunigte sich damit (Welle 3). Ab 2011 flachte er sich dann ab und ging in eine Seitwärtsbewegung (Welle 4) über. Zuletzt gab es noch einen letzten Spike, der meiner Meinung nach als Welle 5 definiert werden kann. Der Aufwärtszyklus nach Elliott Wave ist demnach also fertig. Mehr Facebook geht nicht. Ab jetzt geht es für Facebook wieder abwärts. Der Kampf mit der Bedeutungslosigkeit hat meiner Ansicht nach jetzt begonnen.

Erinnern Sie sich noch an MySpace? My … was? Genau! MySpace war eines der ersten Sozialen Netzwerke, die es in die breite Öffentlichkeit geschafft haben. Der Siegeszug startete schon 2006. Dauerte aber nicht lange und ebbte 2008 schon wieder ab. Heute spielt MySpace keine Rolle mehr und kämpft mit der Bedeutungslosigkeit. Die Wellen bzw. 1 bis 5 lassen sich auch hier ganz gut erkennen und abbilden. Auch hier war nach der Welle 5 Schluss und der Trend kippte. Heute ist MySpace schließlich hinsichtlich der Suchanfragen wieder da, wo es schon einmal 2004 war. Ganz unten.

 

GIS-MySpace-18102012

 

Das deutscher Pendant zu Facebook ist bzw. war StudiVZ. Eine Plattform für Studenten auf denen man sich gruscheln und auch an Pinnwände schreiben konnte. StudiVZ hatte aber gegen Marktpower von Facebook schon damals nie eine richtige Chance. Sowohl technisch als auch hinsichtlich der Nutzerzahlen. Kaum war die Plattform Ende 2005 gegründet, erreichte Sie schon Mitte 2008 ihren Zenit und bildete dort ebenfalls eine Welle 5 aus. Ab dort ging es ebenfalls kontinuierlich abwärts. Laut wannstirbtstudivz.net gehen hier sogar schon in 3 Monaten und 28 Tagen die Lichter aus. Zumindest die Suchanfragen lassen nichts Gutes für die weitere Zukunft erahnen.

 

GIS-Studivz-18102012

http://wannstirbtstudivz.net/

 

Facebook, MySpace und StudiVZ zeigen also offensichtlich eine ähnliche Entwicklung. Wenn wir diese weiter herrunterbrechen und verallgemeinern, stellen wir fest, dass hier – neben dem 5-teiligen Aufwärtsimpuls nach Elliott Wave – ein altbekanntes Muster zur Anwendung kommt: Die Normalverteilungskurve, die auch unter der Glockenkurve oder Gaußschen-Kurve bekannt ist. Sie fand sich sogar auf den 10 DM Scheinen wieder. Die Physiker unter Ihnen werden damit noch am ehesten etwas anfangen können.

 

Was haben der Ölpreis und Palladium mit Facebook zu tun?

Ich hatte zu dieser Normalverteilungskurve schon einmal etwas vor über vier Jahren beim Investor-Verlag geschrieben. Im Juli 2008 ging es um den Ölpreis, der meiner Meinung nach damals Zeichen einer Blasenbildung gezeigt hatte: “Öl – Eine Blase ist eine Blase”. Auch hier wurde eine 5-teilige Aufwärtsbewegung à la Elliott Wave ausgebildet, die starke Ähnlichkeit mit der Glockenkurve aufwies. Ich hatte damals – knapp unter dem Top – geschrieben, dass der Ölpreis aufgrund des 5-teiligen Anstiegs und der Ähnlichkeit zur Glockenkurve wieder stark fallen und zurück zum Ausgangsniveau der Blase müsse. Genau das ist auch passiert auch. Die Ölblase ist geplatzt, wie wir heute wissen.

 

Glockenkurve

Was der Ölpreis mit Facebook zu tun hat? Schauen Sie sich den Ölpreis von 1998 bis 2008 an. Schauen Sie sich die Charts des Nemax 50, von Palladium, Radio Corporation of America sowie Silber 1978 bis 1980 im Link zum Investor-Verlag an. Sie werden immer wieder die gleichen Muster in der jeweiligen Charts finden. Erst ein kometenhafter Aufstieg. Dann ein Implosion und der Absturz. Es ist immer das gleiche Muster und Schema! Eine Blase wird aufgebaut. Eine Blase platzt. Egal, ob Tulpenzwiebel-Hausse im 17. Jahrhundert oder Sozial Network Boom im 21. Jahrhundert. Es gibt noch viel mehr Beispiele für geplatzte Blasen in der Vergangenheit, die nach genau diesem Schema abgelaufen sind.

 

Börsengang erfolgte zu denkbar ungünstigstem Zeitpunkt

Auch Facebook hat dieses Glockenmuster bei den Suchanfragen jetzt zur Hälfte ausgebildet und steht nun am Abgrund. Um in diesem Zusammenhang noch einmal kurz auf die Facebook-Aktien zurückzukommen … Mitarbeiter von Facebook konnten ja schon recht früh Anteile am Unternehmen erwerben. Diese Unternehmensanteile wurden allerdings nicht offiziell an der Börse gehandelt. Leider liegen mir dazu keine Daten vor.

Dafür mache ich jetzt folgendes kleines Gedankenexperiment: Heute sind ja nicht wenige Facebook-Mitarbeiter mehrfache Millionäre, nachdem sie ihre Anteile versilbert haben. Demnach kann man also unterstellen, dass der Wert dieser Anteile um einige 100 % wenn nicht sogar 1.000 % gestiegen ist. Daraus ergibt sich für uns ein fiktiver und symbolischer Facebook Aktienkurs von sagen wir 1 USD. Dieser Kurs stieg – wenn Facebook eben schon früher an die Börse gegangen wäre – auf im Mai 2012 erreichte 45 USD. Dieser Anstieg um den Faktor 45 hat also durchaus Blasencharakter!

Was ich damit sagen will: Der Hype, der um Facebook vor dem Börsengang gemacht wurde, entspricht nach Elliott Wave massenpsychologisch gesehen der Welle 5 in einem fertigen Aufwärtszyklus. In einer Welle 5 einzusteigen, ist eher kontraproduktiv, da hier kaum mehr großartige Kurssteigerungen möglich sind!

 

China, Indien und Russland noch fast ohne Facebook

Hinzu kommt fundamental noch der Missstand, dass es nationale und kontinentale Nutzungsunterschiede bei Facebook gibt. In China beispielsweise – dem bevölkerungsreichsten Land der Erde – wird Facebook sogar seit 2008 von den örtlichen Behörden blockiert. Entsprechend gering fällt hier der Marktanteil aus. Die Platzhirsche im Bereich Sozial Media heißen in China Renren und Sina. Wer von Ihnen hat von diesen Netzwerken schon einmal gehört?

In Indien sieht es etwas besser aus. Hier bewegt sich der Marktanteil bei etwa 15 %. In Russland hingegen liegt er nur bei ca. 5 %. Dafür ist hier ausgerechnet ein Facebook-Klon namens Vkontakte.ru Marktführer. Im Gegensatz zu den westlichen Ländern, in denen Facebook unangefochtener Marktführer ist, sieht es also in den bevölkerungsreichen Schwellenländern nicht so gut aus für Facebook. Das könnte sich in Zukunft noch als ernstes Problem erweisen. Woher sollen denn die notwendigen neuen Nutzer für weiteres Wachstum kommen?

 

Fazit: Auch für Facebook gelten die Naturgesetze

Wenn sich Facebook bald nicht in irgendeiner Art neu erfindet und es nicht schafft neue Märkte zu erobern, wird das jetzt noch sehr populäre Social Network meiner Meinung nach dasselbe Schicksal ereilen wie MySpace und StudiVZ. In etwa 5 Jahren wird dann kein Hahn mehr nach Facebook krähen. Immer mehr Nutzer werden dem Netzwerk aus den unterschiedlichsten Gründen den Rücken kehren. Es wird etwas Neues geben. Vielleicht ein neues oder besseres Netzwerk in welches Form auch immer.

Vielleicht wird aber “netzwerken” selbst auch einfach wieder out und keiner interessiert sich mehr dafür. Die Gründe können vielfältig sein. Doch die Geschichte zeigt, dass Trends nicht ewig dauern. Nach der Party folgt der Kater. Auch Facebook kann sich den Naturgesetzen der Glockenkurve und der Elliott Waves nicht entziehen. Heute ist eben doch nicht alles anders. Gier und Panik beherrschen nach wie vor die Aktienmärkte und spiegeln sich eben auch in gesellschaftlichen Trends wider.

www.Elliott-Waves.com

Anzeige

Wandere aus, solange es noch geht!


Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2017 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.