Zypern-Rasur: Die Fakten

    Zypern-Enteignung: Sehr schöner Anschauungsunterricht für den Rest Europas. Man darf gespannt sein, ob diese Lösung ausreicht, um den schleichenden Bank-Run in Italien, Spanien und anderen Ländern aufzuhalten.

     

    Die „Rettung“ Zyperns wurde heute in den Morgenstunden in Brüssel beschlossen. Hier die bisher bekannten Fakten:

    • Laiki Bank: Die zweitgrößte Bank des Landes wird geschlossen. Konten bis 100.000 Euro der Laiki Bank werden auf die Bank of Cyprus übertragen, die jedoch auch verkleinert werden soll. Konten über 100.000 Euro werden vorerst komplett eingefroren und auf eine Bad Bank übertragen. Diese Vermögen sind wohl komplett verloren.
    • Bank of Cyprus: Hier müssen Aktionäre, Anleihegläubiger und als letztes Kontoinhaber ebenfalls mit Abschreibungen rechnen, bis die Bank eine gesunde Größe und eine Eigenkapitalquote von neun Prozent erreicht hat. Einlagen über 100.000 Euro werden deshalb ebenfalls eingefroren und gegebenenfalls für die Rekapitalisierung herangezogen werden.

    • Insgesamt handelt es sich nach Angaben von Eurogruppenchef Dijsselbloems um 4,2 Milliarden Euro, welche eingefroren werden.

    • Guthaben bis 100.000 Euro bleiben in allen Banken verschont. 

    • In der Laiki Bank und Bank of Cyprus  dagegen steht noch nicht fest, ob und wieviel diejenigen Bürger mit Einlagen über 100.000 Euro nach dem Einfrieren noch behalten können. Man rechnet jedoch nach ersten Expertenschätzungen mit Einlagenverlusten von circa 40% über 100.000 Euro bei der Bank of Cyprus und mit einem möglichen Totalverlust bei der Laiki! 

    • Allerdings gibt es sogar Meinungen, dass beide Kontoguthaben von über 100.000 Euro bei beiden Banken  vollständig verloren sein werden, da noch nicht absehbar ist, ob erstens bei der Abwicklung der Laiki Bad Bank noch Erträge anfallen könnten und wieviel Anteil bei der Rekapitalisierung der Bank of Cyprus notwendig sei. Sicher ist nur, dass diejenigen Kunden über 100.000 Euro bei der Laiki Bank und Bank of Cyprus vorerst wohl Wochen- oder gar mehrere Monate lang nicht an ihr Geld kommen werden und sehr hohe Teil- bis Komplettenteignungen über 100.000 Euro hinnehmen müssen.

    • Zypern wird dafür mit zehn Milliarden Euro neuem Kredit aus dem Euro-Rettungsmechanismus ESM und vom Internationalen Währungsfonds gestützt. Das erste Geld soll im Mai fließen. Als Gegenleistung dafür sind harte Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben fällig.

    • Auch bemerkenswert: Für die neue Vereinbarungen ist eine Zustimmung des Parlaments in Nikosia nicht nötig. Dort hatten die Abgeordneten am Freitag bereits ein Gesetz zur Bankenabwicklung verabschiedet und zudem die Grundlage geschaffen, Kapitalverkehrskontrollen zu verhängen. 

    • Mit der Blockade großer Überweisungen für maximal sechs Monate soll verhindert werden, dass die Anleger ihr Geld nun massenweise aus dem Land abziehen.


    Wir meinen: Sehr schöner Anschauungsunterricht für den Rest Europas. Man darf gespannt sein, ob diese Lösung ausreicht, um den schleichenden Bank-Run in Italien, Spanien und anderen Ländern aufzuhalten. Obwohl hier Vermögen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro eingefroren und wohl zum Großteil verloren sind, bekommt Zypern 10 Milliarden neue Kredite. 

     
    Die Schlüsse für Anleger über 100.000 Euro lauten:

    • Am besten auf keiner Bank mehr als 100.000 Euro besitzen. Breite Banken und Länderstreuung des Vermögens auch außerhalb der Eurozone. 
    • Unternehmensanteile (Aktien) bleiben bei einer Bankenabwicklung verschont – es ist daher mit einer fortgesetzten Hausse bei den Standardwerten bei DAX, S&P500, EuroStoxx und Co. zu rechnen.

    • Gold, Silber und andere physische Sach- und Geldersatzwerte bleiben als Vermögensbaustein unersetzlich. Hier haben sie keinen Schuldner, der ausfallen kann. Gold beschützt Eigentumsrechte! 

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