Piloten im Flug eingeschlafen

    Vereinigung Cockpit: "Befragungen von über 6.000 europäischen Piloten haben ergeben, dass jeder zweite Pilot unfreiwillig und ohne Absprache im Cockpit vor Übermüdung eingeschlafen ist". - Mitte August sind sogar die beiden Piloten einer britischen Verkehrsmaschine gleichzeitig im Cockpit eingeschlafen.

     

    Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, hat die künftige Regelung der Flugdienst-Zeiten für Piloten kritisiert: "Befragungen von über 6.000 europäischen Piloten haben ergeben, dass jeder zweite Pilot unfreiwillig und ohne Absprache im Cockpit vor Übermüdung eingeschlafen ist", sagte Handwerg am Freitag gegenüber hr-Info. Es wäre sogar schon dazu gekommen, dass beide Piloten gleichzeitig eingeschlafen seien.

    Bei Wachzeiten von 22 Stunden und mehr könnten Piloten einfach nicht mehr so leistungsfähig sein, um etwa ein Flugzeug sicher landen zu können. Handwerg nannte den Vorschlag der EU-Kommission zur Flugdienstzeiten-Regelung, über den am kommenden Montag im EU-Parlament abgestimmt wird, unzureichend.

    Den Fluggesellschaften, für die die Sicherheit im Luftverkehr oberstes Gebot sein müsse, hält Handwerg vor: "Das ist oftmals leider nur ein Lippenbekenntnis. Aus haftungsrechtlichen Gründen muss eine Airline so etwas sagen." Aber in der Realität hätten wirtschaftliche Interessen Vorrang. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Mitte August die beiden Piloten einer britischen Verkehrsmaschine gleichzeitig im Cockpit eingeschlafen waren. Die Maschine soll währenddessen nur vom Autopiloten gesteuert worden sein.
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