Portugal pleite

    Der nächste Euro-Dominostein ist gekippt. Wie voraussehbar schlüpft Portugal unter den Rettungsschirm. Schon laufen die Wetten für den nächsten Pleite-Kandidaten: Spanien? Wie lange wird und kann Deutschland noch zahlen?


    Nach einigem Zögern hat Portugals amtierender Regierungschef José Socrates bestätigt, dass sein hoch verschuldetes Land Finanzhilfen der EU beantragen will. Seine Regierung habe "beschlossen, die EU-Kommission um finanziellen Beistand zu bitten", sagte Socrates am Abend im Fernsehen. Socrates hatte ursprünglich mit einem rigiden Sparkurs Nothilfen aus dem EU-Rettungsschirm vermeiden wollen.

    EU-Kommissar Rehn in EU-Neusprech:

    Flucht unter Rettungsschirm sei "verantwortungsvoller Schritt"

    Die EU-Kommission hat die Ankündigung der portugiesischen Regierung begrüßt, Hilfen der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch zu nehmen: „Das ist ein verantwortungsvoller Schritt für die Sicherung der Finanzstabilität im Euro-Raum“, sagte Währungskommissar Olli Rehn der Financial Times Deutschland (Donnerstagsausgabe).

    Unterdessen laufen an den Finanzmärkten schon Wetten, welches Land als nächstes angezählt wird. Mit dem Zugriff Portugals auf den Rettungsschirm wird klar, dass die Transferunion Wirklichkeit wird. Die nächsten Kandidaten sind Belgien und Spanien. Doch die Frage ist, wie lange Deutschland und die Geberländer noch in der Lage sein werden, mit Milliarden und später Billionen aushelfen zu können, ohne die eigene Bonität zu verlieren.

    Der nächste Schritt bei den "geretteten" Pleitekandidaten wird ein Schuldenschnitt sein. Damit dürfte auch bei den Geberländern die Illusion zerstört werden, dass sie ihr Geld je wieder sehen.

    Die Konsequenzen sind für Deutschland schon deutlich spürbar: Die Zinsen für 10jährige sind seit September 2010 um fast 80% gestiegen. Wurden im September letzten Jahres noch knapp 2% Zinsen gezahlt, so muss Deutschland per heute rund 3,5% für Zehnjährige Anleihen entrichten. Tendenz steigend. Dies ist eine regelrechte Zinsexplosion in kurzer Zeit. Der Bundfuture crashte entsprechend: von 134 im September 2010 fiel der Zinsfuture auf nur noch 120 - der tiefste Stand seit fast zwei Jahren.

    Eine weitere Erhöhung der Zinsen für 10jährige dürfte schon in kurzer Zeit auch in Deutschland zu Schwierigkeiten führen: Bei 7% ist auch in Deutschland schluss - dann ist der Staat pleite.


    Euro Bonds 2 Year 5 Year 10 Year
    Greece    16.04 +1.0%    14.47 -0.0%    12.72 +0.2%
    Ireland    9.04 -4.5%          9.37 -3.3%
    Portugal    8.87 -3.0%    9.66 -4.8%    8.54 -2.6%
    Spain    3.04 -2.2%    4.36 -1.1%    5.23 -1.2%
    Italy    2.39 -0.9%    3.78 -0.4%    4.74 -0.3%
    Belgium    2.50 +0.4%    3.62 -0.4%    4.25 -0.4%
    Austria    2.17 -0.6%    3.17 +0.2%    3.83 +0.5%
    France    1.84 -0.9%    2.98 +0.2%    3.76 +0.5%
    Finland    1.68 -0.2%    2.91 +0.3%    3.62 +0.6%
    Netherlands    1.81 0.0%    2.68 +0.9%    3.70 +0.8%
    Germany    1.84 +0.1%    2.74 +1.0%    3.43

    +1.2%

    Stand 6.4.2011 20 Uhr

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    (5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

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