Sinn: Deutschland wird erpresst

    ifo-Chef Hans-Werner Sinn: Deutschland wird erpresst.  "Die Sozialisierung der Schulden in Europa geht munter weiter. Das zusätzliche Geld, das den Griechen jetzt fast schon geschenkt wird, wird nie wieder zurückkommen".  - Franz und Bofinger: Richtige Hilfe. - Wirtschaftsfachleute reagieren gespalten auf die sich abzeichnenden Beschlüsse auf dem Brüsseler Euro-Gipfel.

     

    „Gut ist, dass abzulehnende Vorschläge wie Eurobonds vom Tisch sind und dass die Staaten nicht mehr weiterwursteln oder gar Griechenland fallenlassen oder ausschließen", sagte Wolfgang Franz, der Vorsitzende des Sachverständigenrats, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.). Er befürwortet, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF die Möglichkeit haben solle, griechische Anleihen zurückzukaufen. Dies gehe in Richtung des „Plan B" der Wirtschaftsweisen. Der Rückkauf müsse aber mit 50 Prozent Abschlag geschehen, sonst würden die Steuerzahler zu stark belastet. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger lobte die Senkung des Zinses auf 3,5 Prozent. „Man darf von den Krisenländern nicht nur fordern, sondern man muss sie auch fördern", sagte er.

     

    Scharfe Kritik äußert dagegen der Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn: "Die Sozialisierung der Schulden in Europa geht munter weiter", sagte er der F.A.Z. Die Senkung des Zinssatzes für Hilfskredite auf 3,5 Prozent bedeute eine massive Subvention für Griechenland. Am Markt müsste Griechenland fast 20 Prozent zahlen.

    „Das zusätzliche Geld, das den Griechen jetzt fast schon geschenkt wird, wird nie wieder zurückkommen", warnte Sinn. Die von EU-Politikern skizzierten Szenarien eines Zusammenbruchs des Euro, falls Deutschland nicht noch mehr zahle, beklagte er als „Erpressung". Europa laufe Gefahr, immer weiter in eine Verschuldungsspirale zu geraten.

     

    Der Makroökonom Ansgar Belke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht für die deutschen Steuerzahler nach aktueller Rechnung eine Belastung in Milliardenhöhe durch die Euro-Rettungspakete.

    „Die Untergrenze der Belastung für Deutschland liegt bei 43 bis 48 Milliarden Euro", sagte Belke der F.A.Z. Dies seien die Ausfälle im wahrscheinlichsten Szenario. Die sich in Brüssel abzeichnende Einigung sieht Belke gespalten. Falls sich künftig alle möglichen Länder über den Rettungsfonds EFSF finanzieren könnten, ginge die Entwicklung der Währungsunion „in Richtung einer kompletten Haftungsunion", die gerade für Deutschland teuer werde.

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