Athen vor Untergang

    EU-Kommission bangt um Griechenland. Schon  zu Beginn der Troika-Mission steht praktisch fest, dass die Griechen ihre Versprechen wieder nicht erfüllt haben.  - Rehn fordert Deutschland und andere exportorientierte Länder auf, den schwächeren Euro-Staaten mehr zu helfen.

     

    Die Europäische Kommission warnt vor einem Scheitern der Hilfe für Griechenland. Vizepräsident und Währungskommissar Olli Rehn sagte der "Süddeutschen Zeitung", es sei jetzt "entscheidend", dass die großen europäischen Parteien ihre Kollegen in Griechenland endlich davon überzeugten, die Reformen verbindlich umzusetzen. "Sonst könnte dieses Programm scheitern". Das helfe "weder den Griechen noch Europa". Hintergrund der dramatischen Warnung ist die aussichtslos scheinende Lage in dem schuldengeplagten Land.
     
    Seit dieser Woche prüft die sogenannte Troika, also die Experten aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, vor Ort die Bücher der griechischen Administration. Von ihrem Urteil hängt ab, ob Athen die nächste Tranche aus dem ersten Hilfspaket bekommt und ob das im Herbst grundsätzlich beschlossene zweite Hilfspaket tatsächlich geschnürt wird. Ansonsten droht Athen spätestens im März die Pleite.

    Schon  zu Beginn der Troika-Mission steht praktisch fest, dass die Griechen ihre Versprechen wieder nicht erfüllt haben. Rehn zufolge haben die Verzögerungen "vor allem innenpolitische Gründe". Im Frühling soll in Athen ein neues Parlament gewählt werden, der Wahlkampf bremst den Reformeifer. Rehn fordert, dass die Chefs der großen Parteien Europas ihren griechischen Kollegen Druck machen, die Reformen durchzuziehen.

    Rehn fordert Deutschland und andere exportorientierte Länder auf, den schwächeren Euro-Staaten mehr zu helfen. Die Regierungen dürften "nicht vergessen, wie stark sie vom Euro profitieren, durch stabile Exportmärkte und eine stabile Währung". Rehn will dem geplanten Euro-Rettungsfonds ESM mehr Schlagkraft geben als bisher geplant. "Wir brauchen eine große Lösung", sagte er. Darüber liefen bereits Verhandlungen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir im Sommer einen hinreichenden Schutzmechanismus installiert haben werden".

    In diesem Zusammenhang erwarte er, dass die am Montag tagende Euro-Gruppe "einen fertig verhandelten Ver trag für  den ESM" auf dem Tisch haben werde. Der Finne appellierte an Merkel und Sarkozy, bei ihren Absprachen die anderen europäischen Staaten und die Institutionen nicht außer Acht zu lassen.
     
    Ob IWF und EU Griechenland trotz Verfehlens der Sparziele am Ende dennoch untergehen lassen, bleibt zweifelhaft. Insbesondere auf die Banken kämen nicht nur neue Herausfodreungen zu, weil sie Griechenlandanleihen weiter abschreiben müssten.  Im vergangenen Quartal machte beispielsweise allein die Commerzbank wegen neuer Abschreibungen auf  griechische Bonds einen Verlust von 687 Millionen Euro. Die größte Befürchtung bei einer Staatspleite Griechenlands ist allerding, dass andere Krisenstaaten mit in den Abgrund gerissen werden, was für die Bankenlandschaft eine Katastrophe wäre.
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