VW glücklich mit Euro

    Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn hat angesichts der deutschen Wirtschaftsstärke inmitten der Euro-Schuldenkrise vor Überheblichkeit gewarnt. „Wir sind als exportorientierter deutscher Weltkonzern glücklich mit der Währung. Aber die aktuelle Entwicklung in Griechenland muss einem schon Sorgen machen."

     

    Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn hat angesichts der deutschen Wirtschaftsstärke inmitten der Euro-Schuldenkrise vor Überheblichkeit gewarnt. Deutschland sei Vorbild und viele andere Länder wollten davon lernen, doch berge dies „auch Gefahren", sagte Winterkorn in einem Exklusiv-Interview der in Berlin erscheinenden „Welt am Sonntag“ (E-Tag: 4. März 2012). „Im Ausland wird uns gelegentlich ein gewisser Hang zum Größenwahn unterstellt.“ Andere Länder blickten voller Anerkennung, aber auch „mit einem gewissen Unbehagen" auf die Deutschen.
     
    Im Volkswagen-Konzern blieben „jedenfalls alle mit beiden Füßen fest auf dem Boden, egal wie viele Autos wir verkaufen und wie viel Geld wir verdienen. In Deutschland sollte es auch so bleiben. Jetzt nur nicht übermütig werden", sagte Winterkorn.
     
    Der Euro sei eine Erfolgsgeschichte, sagte der Manager der „Welt am Sonntag". „Wir sind als exportorientierter deutscher Weltkonzern glücklich mit der Währung. Aber die aktuelle Entwicklung in Griechenland muss einem schon Sorgen machen. Die Zweifel, ob Griechenland die Bedingungen für die Hilfszahlungen wirklich einhält und wieder wirtschaftlich auf die Beine kommt, wachsen.“
     
    Auch Deutschland hat laut Winterkorn Reformbedarf. „Wir müssen vor allem unsere jungen Leute noch besser ausbilden. Das duale Bildungssystem wird weltweit bewundert, aber wir müssen an den Unis noch mehr gute Ingenieure und Naturwissenschaftler ausbilden.“ Auch eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten würde helfen. Bei den anstehenden Tarifverhandlungen sei „Augenmaß“ gefragt.
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