Unternehmensstrafrecht: IW-Chef kritisiert Pläne von Lambrecht


Michael Hüther, über dts NachrichtenagenturDer Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Michael Hüther, kritisiert die Pläne von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) für höhere Strafen für kriminelle Unternehmen. "Grundsätzlich verlagern wir Prinzipien des Rechtsstaates von Menschen, die wir mit Schuld und wegen Absicht mit Schuldprinzip bedenken können, auf Unternehmen als eine abstrakte Organisation", sagte Hüther am Freitag dem Deutschlandfunk. Am Ende seien es aber Menschen, die handeln.

Und es werde so getan, als sei "die Organisation eines Unternehmens an sich Schuld", so der IW-Chef weiter. Auf die Frage, ob man anlässlich der Zahlen des Bundeskriminalamtes für 2017, wonach 74.000 Fälle registriert wurden und man von einer Schadenshöhe von 3,7 Milliarden Euro ausgeht, nicht handeln müsse, sagte er: "Es ist ja nicht so, dass man jetzt nicht handeln könnte. Aber es bleibt die Frage, welches grundsätzliche Misstrauen in Unternehmen, in unternehmerische Organisationen hineingebracht wird. In einer freiheitlichen Gesellschaft würden wir doch sagen in offenen Märkten, dass Unternehmen gar nicht durchkommen mit solchen Strategien", so Hüther. Der Grund dafür sei, dass "hier in Nischen gehandelt wird, und wenn wir diese Nischen sozusagen ausleuchten, dann ändert sich auch dies, wenn die Strukturen von Märkten entsprechend den Druck auslösen", so der Wirtschaftsforscher weiter. Die wirtschaftliche Lage habe sich seit 2018 verlangsamt. Man müsse sich fragen, ob "wir da eine gewisse Vorsorge leisten als Staat", um die Fragen der Infrastruktur, der Digitalisierung, die "Fragen einer alternden Gesellschaft" zu lösen, "die Investitionen verlangt, aber vor allen Dingen auch der Klimaschutz", sagte Hüther. Er könne sich nicht vorstellen, "dass diese Summen unter den gegebenen Bedingungen angemessen finanziert werden können". Er wolle "auch nicht die Schuldenbremse komplett aufgeben. Aber ich würde sie etwas öffnen für einen großen Investitionsplan, den ich Deutschland-Fonds nenne", so der IW-Chef weiter. Es sei ja nicht so, dass früher ohne Schuldenbremse "das Geld komplett sinnlos ausgegeben" worden sei und "alles aus dem Ruder" gelaufen sei. "Man hat immer gerungen, man hat immer auch massive Konsolidierungsmaßnahmen gemacht, wenn es notwendig war", sagte Hüther dem Deutschlandfunk.

Foto: Michael Hüther, über dts Nachrichtenagentur

Wandere aus, solange es noch geht!

Videos:

-
Loading...
-
Wikifolios
Börsen News
Bitcoin Live

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro)

BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart Bitcoin + Ethereum kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
1No5Lj1xnqVPzzbaKRk1kDHFn7dRc5E5yu

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC

WERBEN auf MMnews
Banner + Textanzeigen
Anfragen hier.

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2017 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.