Registrierungspflicht im Internet: Mit gesunder Skepsis zum sicheren Online-Account

Ein Einkauf im Online-Shop, ein interessanter Artikel bei einer großen Zeitung oder der Versand einer elektronischen Grußkarte, all diese Aktivitäten sind im Internet kaum noch möglich, ohne zuvor einen Nutzeraccount anlegen zu müssen. Dabei werden persönliche Daten in unterschiedlich großem Umfang abgefragt. Viele Verbraucher sind um ihre Privatsphäre und ihre digitale Sicherheit besorgt und zeigen sich zunehmend verärgert über die Registrierungspflicht im Internet. Dabei kann ein Account auch Vorteile haben, sofern der Datenschutz im Vordergrund steht. 



Der gläserne Mensch ist schon lange das Schreckgespenst vieler Verbraucher. Immer mehr persönliche Daten werden registriert und auf vielfältige Weise verwendet. Sogar Geldscheine sollen künftig per Funkchip jederzeit ortbar sein. Vor allem im Internet sind die meisten Aktivitäten mit der Aufforderung verbunden, sich zu registrieren, einen Kundenaccount anzulegen oder zumindest eine E-Mail-Adresse preiszugeben.

Die meisten dieser Registrierungen kosten zwar keinen Cent, dafür aber ein Stück Privatsphäre. Die Skepsis vieler Verbraucher gegenüber der Offenlegung ihrer persönlichen Daten wächst und die meisten Internetnutzer sind längst zumindest genervt, wenn nicht sogar besorgt, wenn sie für eine einfache Recherche oder den Besuch in einem Online-Shop sofort einen digitalen Fußabdruck hinterlassen müssen. Ist eine Registrierung wirklich immer notwendig und wie viele Daten sollten wir wirklich offenlegen, um uns im World Wide Web bewegen zu können?

Geht ohne Registrierung nichts mehr?


Die meisten Verbraucher kennen das: Auf der Suche nach einem Produkt oder einer Dienstleistung ermittelt die Google-Suche nach wenigen Sekunden eine Vielzahl passender Anbieter. Ein Klick auf eine vielversprechende Website und noch bevor Gelegenheit besteht, sich das Angebot näher anzusehen, öffnet sich ein automatisches Fenster: „Sind Sie neu hier? Dann melden Sie sich jetzt kostenlos für unseren Newsletter an“. Verpflichtend ist die Registrierung, die zumindest eine E-Mail-Adresse erfordert, natürlich nicht, es sei denn, man möchte sich noch weiter auf der Internetseite umsehen oder sogar etwas von dem Angebotenen in Anspruch nehmen.

In Online-Shops wird meist die Registrierung eines Nutzerkontos gefordert, bevor eine Bestellung aufgegeben werden kann. Ein Einkauf als Gast ist bei seriösen Anbietern immerhin noch möglich, allerdings sind dann für den Bestellvorgang viele Einzelschritte erforderlich. Spätestens beim Check-Out an der Kasse zeigt sich häufig der größte Nachteil: Für Kunden ohne registrierten Account steht nur eine begrenzte Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Spätestens, wenn es um Geld geht, wird im Internet meist eine Registrierung mit mehr oder weniger umfangreichen persönlichen Daten erforderlich. Wer zum Beispiel online ein Handy- oder Computerspiel nutzen möchte, kommt um eine Registrierung selten herum, vor allem, wenn Ein- und Auszahlungen erforderlich sind, wie zum Beispiel in virtuellen Spielbanken. Casinos, in denen man auch ohne Registrierung sein Glück versuchen kann, sind bislang noch sehr spärlich gesät.

Wer in Foren mehr als nur stiller Leser sein möchte, muss ebenfalls persönliche Daten zur Verfügung stellen. In manchen Foren ist selbst der Lesebereich für nicht registrierte Nutzer eingeschränkt. Für 2020 kündigte die Bundesregierung sogar ein Gesetz an, das unter dem Motto „digitales Vermummungsverbot“ Postings in Foren und Online-Netzwerken nicht mehr ohne Registrierung zulassen soll. Der vorgelegte Entwurf sieht zwar vor, dass User immer noch unter einem Pseudonym posten können, die Seitenbetreiber werden allerdings dazu verpflichtet, die wahre Identität der Verfasser zu überprüfen und die persönlichen Daten zu speichern, um sie im Falle einer Kriminalermittlung offenlegen zu können. Der Gesetzesentwurf soll Cybermobbing, der Verbreitung von kriminellem Gedankengut und Hasspostings entgegenwirken. Künftig dürfte es also noch schwieriger werden, sich ohne digitalen Fußabdruck durch das Netz zu bewegen.

Ein Nutzeraccount birgt Vorteile

Die Skepsis der Verbraucher gegenüber der Preisgabe persönlicher Daten im Internet wächst. Aggressive Formen von digitalem Marketing werfen die Frage auf, was mit Daten passiert, die einem Anbieter zu Registrierungszwecken und für den internen Gebrauch anvertraut werden.

Dabei hat ein Nutzeraccount bei einem seriösen Online-Unternehmen auch Vorteile. Wer häufiger in einem Online-Shop einkauft, kann beispielsweise den Bestell- und Bezahlvorgang beschleunigen, wenn er einen registrierten Account nutzt. Häufig stehen registrierten Nutzern auch umfangreichere Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel das sichere Bezahlen durch eine Verknüpfung mit PayPal.

Unternehmen können vor allem den Verwaltungsaufwand minimieren, wenn Nutzeraccounts mit automatisierten Prozessen verknüpft werden. Die eingesparten Kosten können über günstige Konditionen an den Kunden weitergegeben werden. Und nicht zuletzt lässt sich über die vertrauensvolle Verwaltung sensibler Kundendaten auch ein Wettbewerbsvorteil generieren. Mit der wachsenden Skepsis der Internetnutzer wird ein seriöses Auftreten beim Thema Datenschutz zu einem Qualitätsmerkmal, das in Zukunft ein enormes Marketingpotenzial bergen dürfte.

Facebook mit Privatsphäre: So entsteht ein Account mit möglichst wenig Daten

Facebook gehört zu den am meisten genutzten digitalen Netzwerken. Hier sind Nutzeraccounts weit mehr als eine virtuelle Visitenkarte, sie sind eine Art Bühne, eine Präsentationsplattform für eine Vielzahl privater und geschäftlicher Informationen. Selbst Menschen, die wenig Interesse daran haben, sind häufig dazu gezwungen, sich auf Facebook zu registrieren. Aus beruflichen Gründen etwa oder im Zusammenhang mit Themen wie Kindergarten oder Schule.

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, um das digitale Netzwerk als registrierter User zu nutzen, ohne sich und sein Privatleben gleich für die gesamte Community präsent zu machen.

Bei der Anmeldung ist die Angabe von Vor- und Nachnamen, eines Passworts und einer E-Mail-Adresse erforderlich. Grundsätzlich steht in den Nutzungsbedingungen von Facebook, dass nur reelle Namen verwendet werden dürfen. Hier gibt es allerdings eine Grauzone: Erfundene Namen sind möglich, allerdings behält Facebook sich das Recht vor, entsprechende Nutzer später zu sperren. 

Eine gültige E-Mail-Adresse ist Pflicht, allerdings ist es möglich, bei einem kostenlosen Anbieter eine neue Adresse anzulegen und diese mit Facebook zu verknüpfen, um das privat genutzte E-Mail-Postfach unberührt zu lassen. Wer seinen E-Mail-Verkehr zusätzlich abschirmen möchte, sollte Facebook nicht erlauben, auf das verknüpfte Mailpostfach zuzugreifen. Mit einem einfachen Klick auf „Diesen Schritt überspringen“ ist dies problemlos möglich. Wer den Zugriff gestattet, erlaubt Facebook, hinterlegte Mailkontakte abzugleichen und den eigenen Account anderen Usern als möglichen Kontakt vorzuschlagen.

Wer nun die gesamte Facebooknutzung so anonym wie möglich gestalten möchte, verzichtet auf persönliche Angaben wie Geburtsort, Wohnort, Schule, Hochschule und Arbeitgeber und wählt in den Privatsphäreeinstellungen den kleinstmöglichen Verbreitungsnenner, in der Regel „Freunde“. Durch die Deaktivierung zusätzlicher Anwendungen und der umgehenden Personalisierung entsteht ein Facebook-Account, der persönliche Daten maximal schützt.

Unerwünschte Accounts auflösen: Das Recht auf Löschung persönlicher Daten

Verbraucher haben jederzeit das Recht darauf, dass persönliche Daten und Nutzeraccounts aus dem Internet gelöscht werden. Dieses Recht ist im Bundesdatenschutzgesetz und auch im europäischen Recht verankert.

Wer auf Datensicherheit und Privatsphäre im Internet Wert legt, sollte seine Nutzeraccounts regelmäßig überprüfen und nicht mehr genutzte Registrierungen löschen. Das gilt vor allem, wenn für zahlreiche Accounts dasselbe Passwort verwendet wird. Hier entstehen bei einer Vielzahl von Registrierungen schnell Sicherheitslücken und die Wahrscheinlichkeit eines Datendiebstahls oder Phishings wird drastisch erhöht.

Je nach Anbieter ist es aber gar nicht so einfach, seinen Nutzeraccount wieder zu löschen. Eine umfangreiche Datenbank gehört für viele Unternehmen zum Kapital, deshalb ist die Option zur Löschung der persönlichen Daten häufig gut in den Tiefen des Systems versteckt. Der Onlinedienst Just Delete Me ist eine gute Hilfestellung zur Bereinigung der eigenen Internetaktivitäten. Er verlinkt direkt mit der richtigen Stelle zur Löschung des Accounts bei vielen bekannten Anbietern und unterstützt Verbraucher zusätzlich mit Hilfsthemen und Informationen zum Löschvorgang.

Grundsätzlich gilt: Verbraucher haben einen Anspruch auf die Löschung ihrer persönlichen Daten. Weigert sich ein Anbieter, einen Account vollständig zu löschen, verstößt er gegen das Gesetz. 

Bilder: dts Nachrichtenagentur

 

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