DIW-Präsident besorgt über wirtschaftliche Situation in den USA


US-Flagge, über dts NachrichtenagenturDer Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich besorgt über die wirtschaftliche Situation in den USA geäußert. Europa und insbesondere Deutschland hätten die Coronakrise bisher deutlich besser gemanagt, sagte Fratzscher am Mittwoch im RBB-Inforadio. Verglichen damit herrsche in den USA "Chaos".

Für ihn sei das Beispiel USA eines, wie man eigentlich mit einer starken Volkswirtschaft politisch so viel falsch machen könne, dass man seinem eigenen Land viel Schaden zufüge. Die US-Führung habe keine "klare Strategie", wie man die Zahl der Corona-Infizierten "so schnell wie möglich runterbringt". So sei es beispielsweise versäumt worden, "frühzeitig Schließungen vorzunehmen" oder "eine Maskenpflicht für alle zu verordnen". Der DIW-Präsident kritisierte, in den USA mache bei der Pandemie-Bekämpfung "jeder was er will". Das habe natürlich auch ökonomische Konsequenzen: "Die USA haben sehr viel schlechter abgeschnitten als wir das vorher erwartet hatten, weil der Staat letztlich nicht sehr klug gehandelt hat." Die Menschen hätten Angst, die Unternehmen seien extrem verunsichert, "noch verunsicherter als hier". Die Unterschiede zwischen den USA und Europa zeigten sich auch darin, dass der Kurs des Euro im Verhältnis zum Dollar gestiegen sei. Der steigende Wert des Euro in der Coronakrise sei ein "Vertrauensbeweis für die gute Reaktion, aber auch für die starke Solidarität in Europa".

Foto: US-Flagge, über dts Nachrichtenagentur

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