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Meldestelle erfasst erneut mehr antiziganistische Vorfälle


Die Melde- und Informationsstelle zum bundesweiten Monitoring von Antiziganismus (MIA) hat im vergangenen Jahr erneut einen deutlichen Anstieg antiziganistischer Vorfälle erfasst. Insgesamt habe man 2.076 Vorfälle gezählt, nach 1.678 im Vorjahr, heißt es im vierten Jahresbericht der Meldestelle, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

"Das ist ein Bruchteil der tatsächlichen Vorfälle von Antiziganismus in Deutschland", sagte MIA-Geschäftsführer Guillermo Ruiz. "Wir gehen nach wie vor von einem erheblichen Dunkelfeld aus." Einen Grund für den erneuten deutlichen Anstieg sieht Ruiz in einem Rechtsruck in der Gesellschaft. So hätten sich die Fälle antiziganistischer Propaganda im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. "Diese Hetze in Form von Beleidigungen, Bedrohungen, Hassrede und gewaltsamen Übergriffen hat schwerwiegende Folgen für die Betroffenen." Ruiz beklagte auch einen Anstieg der Fälle im politischen Raum, insbesondere durch Politiker der AfD.

Mit Blick auf die regionale Verteilung der gemeldeten Fälle gibt es unterdessen kaum klar erkennbaren Schwerpunkte. Die meisten Vorfälle seien in den Ländern erfasst worden, wo es eine regionale Meldestelle gebe, sagte Ruiz der dts Nachrichtenagentur. Zudem seien in den Städten mehr Fälle erfasst worden. Dort lebten aber auch mehr Sinti und Roma und dort gebe es auch stärkere Strukturen der Zivilgesellschaft. Das führe auch dazu, dass die Meldestelle dort eher bekannt sei.

Foto: MIA Jahresbericht 2025 am 09.06.2026, via dts Nachrichtenagentur

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