Reservistenverband schließt fünf weitere Mitglieder aus


Bundeswehr-Soldat, über dts NachrichtenagenturAls Reaktion auf Rechtsterrorermittlungen der Bundesanwaltschaft hat der Reservistenverband der Bundeswehr weitere fünf Mitglieder der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern ausgeschlossen. "Es handelt sich dabei um die Personen, die bereits im vergangenen Jahr in den Fokus der Berichterstattung geraten waren, weil im Zusammenhang mit der sogenannten Gruppe Nordkreuz zum Teil gegen Sie ermittelt wurde", sagte eine Sprecherin dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND/Samstagausgaben). Im vergangenen August hatte ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Bundespolizei Wohnungen und Büros von sechs Mitgliedern der mutmaßlich rechtsextremistischen Gruppe durchsuchen lassen.

Gegen zwei von ihnen wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt. Die Anschuldigungen richten sich gegen einen Rostocker Rechtsanwalt und einen Polizeibeamten, der mittlerweile Mitglied der AfD ist. Nach Erkenntnissen des Reservistenverbands sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Beweise für extremistische Aktivitäten lägen dem Verband nicht vor. "Dennoch sah das Präsidium inzwischen hinreichende Gründe gegeben, diese Personen aus unserem Verband auszuschließen. Zu den Personen im Einzelnen und auch zu den individuellen Gründen für die Ausschlüsse nehmen wir keine Stellung", sagte die Sprecherin. Der Gruppe "Nordkreuz" gehören insgesamt mehr als 30 Mitglieder an, viele von ihnen sind als Jäger, Hobby-Schützen und ehemalige Bundeswehrsoldaten legal im Besitz von Waffen. Sie werden der sogenannten Prepper-Szene zugerechnet. Das Wort "Prepper" stammt aus dem Englischen ("to be prepared"). Militante "Prepper" bereiten sich auf den "Tag X" vor, im Falle von bürgerkriegsähnlichen Fällen gerüstet zu sein. Seit 2010 erfolgten im Reservistenverband damit bislang 40 außerordentliche Kündigungen wegen solcher und ähnlicher Aktivitäten. Laut Bundesverteidigungsministerium entließ die Bundeswehr zwischen 2012 und 2016 insgesamt 18 Mitarbeiter wegen Rechtsextremismus.

Foto: Bundeswehr-Soldat, über dts Nachrichtenagentur

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