Maischberger gegen "Talk-Pause"


Fernsehzuschauer mit einer Fernbedienung, über dts NachrichtenagenturDie Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger widerspricht der Forderung nach einer Pause für Talkshows. Wer aus Angst vor einem falschen Wort gleich die Debatte vermeiden wolle, überlasse denen die Bühne, die diese Angst nicht haben würden, sondern sie zu nutzen wüssten, schreibt Maischberger in einem Beitrag für die "Zeit". Die Fernsehmoderatorin verneinte zudem eine Mitverantwortung am Einzug der AfD in den Bundestag.

"Fernsehleute neigen ja gelegentlich zur Selbstüberschätzung. Dass sie aber für ein Phänomen verantwortlich sein sollen, das auch einen großen Teil unserer europäischen Nachbarn erfasst hat, ist zu viel der Unehre." Die Bürger in vielen Ländern würden auf große Umbrüche reagieren und sich früher schon darüber im Internet austauschen. Einer dieser großen Umbrüche sei die weltweite Migrationsbewegung, so Maischberger. "Diese von vielen Menschen als historisch empfundene Herausforderung ist keineswegs vorüber", begründete die Moderatorin die fortwährende Diskussion. Zugleich räumt Maischberger nach der Kritik an ihrer letzten Sendung Fehler ein. "Dass wir in der Sendung zu wenig über den politischen Islam und zu viel über kulturelle Alltagsprobleme diskutiert haben, wurde zu Recht kritisiert", sagte Maischberger. Es sei der Fehler der Redaktion gewesen. Am 6. Juni hatte die ARD die Verfilmung von Michel Houellebecqs Roman "Unterwerfung" gezeigt. Aufgrund der Formulierung des Titel ihrer anschließenden Talkrunde "Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?" löste Maischberger eine breite Diskussion aus. Der Deutsche Kulturrat forderte eine Talkshow-Pause und eine Überarbeitung des Sendungskonzepts.

Foto: Fernsehzuschauer mit einer Fernbedienung, über dts Nachrichtenagentur

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