Ausverkauf am Ölmarkt

Die Ölpreise erlebten gestern einen regelrechten Ausverkauf. Brent verlor 4,5%, WTI sogar knapp 6%. Beides entsprach dem größten Tagesverlust seit Jahresbeginn.

Eine leichte Preiserholung im späten Handel verhinderte noch stärkere Verluste. Brent fiel im Tief bis auf 67 USD je Barrel, WTI auf gut 57 USD. Niedriger notierten die Ölpreise zuletzt vor zwei Monaten. Richtig an Fahrt nahm der Preisrückgang am Nachmittag auf, als enttäuschende US-Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht wurden. Diese zeigen sichtbare Bremsspuren des Handelskonflikts und signalisieren, dass auch die US-Wirtschaft gegen die höheren Strafzölle nicht immun ist.

Im Zuge dessen kam es zu einem spürbaren Anstieg der Risikoaversion an den Finanzmärkten. Risikoreiche Anlagen wie Aktien und Rohöl gerieten entsprechend unter Druck, während sichere Häfen wie Staatsanleihen und Gold gefragt waren (siehe Edelmetalle unten).

Der Preisrutsch gestern hatte dagegen nichts mit ölmarktspezifischen Faktoren zu tun. Dies verdeutlicht ein Blick auf die Brent-Terminkurve, die weiterhin in ausgeprägter Backwardation ist. Trotz des starken Rückgangs des nächstfälligen Terminkontrakts hat sich der Preisabstand zum darauffolgenden Terminkontrakt sogar auf mehr als 1 USD ausgeweitet.

Dies deutet auf eine anhaltende Angebotsknappheit hin. Dafür gibt es gute Gründe. Der Iran exportiert wegen der US-Sanktionen deutlich weniger Öl, die Öllieferungen aus Russland sind wegen Qualitätsproblemen weiterhin gestört, und die OPEC hält das Angebot knapp. Ob Saudi-Arabien bereit ist mehr zu produzieren, darf nach dem jüngsten Preisrückgang bezweifelt werden. Wir erwarten daher schon kurzfristig wieder höhere Ölpreise.

 

Edelmetalle:

Gold war gestern der sichere Hafen: Es stieg um 0,8% auf 1.285 USD je Feinunze. Unterstützung erhielt es zusätzlich durch den schwachen US-Dollar, der am Nachmittag komplett drehte, und durch fallende Anleiherenditen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sackte gestern auf den tiefsten Stand seit Oktober 2017 ab. Dies macht Gold als Anlagealternative attraktiver.

Positiv für Gold könnte in den nächsten Monaten auch der Ausgang der Parlamentswahlen in Indien sein. Noch sind zwar nicht alle Stimmen ausgezählt, aber es zeichnet sich ein deutlicher Sieg der Partei von Premierminister Modi ab. Im Vorfeld der Wahl hatte Modi der Landbevölkerung viele Wahlgeschenke versprochen. Diese ist die mit Abstand größte Käufergruppe von Gold in Indien und könnte mit den „Geschenken“ auch große Mengen Gold kaufen.

Dafür spricht auch die im Vergleich zu vor einem halben Jahr stärkere indische Währung. Heute werden sich die Blicke der Marktteilnehmer nach London richten. Nachdem die für Anfang Juni im britischen Unterhaus geplante neuerliche Abstimmung über das Austrittsabkommen mit der EU abgesagt wurde, wird gemutmaßt, dass Premierministerin Theresa May heute ihren Rücktritt bekannt gibt.

Neuer Regierungschef könnte der als Brexit-Hardliner geltende frühere Außenminister Boris Johnson werden. Ein geordneter Rückzug Großbritanniens aus der EU würde damit unsicherer werden. Dies sollte sich positiv auf den Goldpreis auswirken, auch wenn sich dieser bislang vom Chaos in London nicht hat beeindrucken lassen.

Commerzbank Commodity Research

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